Für die erste Gründung des Klosters Ebstorf ist kein bestimmtes Datum überliefert. Vermutet wird die Zeit um 1160. Denn ein großer Brand hat gegen Ende des 12. Jahrhunderts wohl alle Dokumente vernichtet. Eine urkundliche Erwähnung findet sich erstmal um 1197. Die Gründer und Baumeister bleiben allerdings unbekannt.

Die Klosteranlage besteht aus Propstei, langem Schlafhaus, Äbtissinnenflügel, Ostflügel, einem Kreuzgang und einer Kirche mit Turm. Im Süd- und Westkreuzgang haben sich spätmittelalterliche Glasmalereien erhalten. Auch ein Klostergarten ist vorhanden, der von einer Mauer umschlossen wird, die im ältesten Bereich rund 800 Jahre aufweist.

Ergänzt wird diese Kernanlage durch das auf der Nordseite liegende Brauhaus, die neue Küche und das Hausmeisterwohnhaus. Eine baugeschichtliche Erforschung der verschiedenen Teile des Klosters ist bisher erst im Bereich des langen Schlafhauses erfolgt.

Die ausgedehnte Anlage öffnet sich dem Besucher beim Durchschreiten des durch eine große Pforte gesicherten und mit Prellsteinen geschützten Torhauses. Drei- bis viergeschossige Backsteingebäude mit riesigen Dachflächen umschließen an drei Seiten den Baumhof. Fenster und Außentüren wurden – bis auf Bereiche der Nordfassade mit zum Teil barocken Fenstern – durchweg nach dem letzten Krieg erneuert.

Die Kirche wurde Ende des 14. Jahrhunderts neu gebaut. Eine baugeschichtliche Erforschung ist auch hier noch nicht erfolgt.

Zu den bemerkenswertesten Kunstschätzen in Kloster und Kirche gehören aus der Zeit der Wallfahrten die thronende Madonna auf dem Nonnenchor, in deren rückwärtigem Schrein das heilige Öl der Märtyrer als Reliquie gefunden wurde.

Die Ebstorfer Weltkarte präsentiert in einer einzigartigen Größe und Fülle das christlich-europäische Weltbild des Mittelalters. Um 1200 stellte sich die Menschheit die Welt als eine Scheibe vor, um die Sonne und Mond kreisen. Wiederentdeckt wurde die Weltkarte 1830 und wurde danach nach Hannover gebracht, wo sie 1943 einem Bombenangriff zum Opfer fiel. Im Kloster Ebstorf befindet sich heute eine originalgetreue Kopie.

Aus dem ehemaligen Benediktinerinnenkloster ist nach der Reformation, die gegen große Widerstände eingeführt wurde, ein evangelisch-lutherischer Konvent geworden. Noch heute leben christlich engagierte Frauen im Kloster, dass von einer Äbtissin geleitet wird. Aus diesem Grund kann das Kloster nur mit einer Führung besichtigt werden.

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