Die aus Backstein errichtete Michaeliskirche in Lüneburg gehört zu den bedeutendsten Hallenkirchen in Norddeutschland. Eine erste urkundlichen Erwähnungen der Michaeliskirche um 959 bezieht sich allerdings auf einen Vorgängerbau, der zum Benediktinerkloster gehörte und vom Sachsenherzog Hermann Billung und seinem Bruder, Bischof Amelung von Vreden gestiftet worden war. In ihr wurden Hermann Billung, seine Gemahlin und ihre Nachfahren ab 973 beigesetzt.

Es gab noch zwei weitere Nachfolgebauten der Klosterkirche um 1055 sowie 1308 auf dem Kalkberg. Diese frühen Bauten sind heute nicht mehr vorhanden und ihr Standort ist seit dem nahezu kompletten Abtrag des Kalkberges im 19. Jh. auch nicht mehr nachweisbar.

In Folge des Erbfolgekriegs wurde das Michaeliskloster an den Fuß des Kalkbergs umgesiedelt. Der Grundstein zur heutigen Michaeliskirche wurde 1376 gelegt. Man begann im Osten mit dem Bau der dreischiffigen Unterkirche, die bereits 1379 geweiht werden konnte. Möglicherweise geht die Idee zum Bau dieser Unterkirche auf die Lage am Hang zurück.

Der Bedarf an Backsteinen für die Kirche war so groß, dass 1382 der Ziegelhof vor dem Altenbrücker Tor angelegt wurde. 1388 zog der Konvent des Michaelisklosters in die nördlich der Kirche errichteten Klausurbauten ein. Von dieser ehemals dreiflügeligen Anlage haben sich nur wenige Reste des ehemaligen Kellers erhalten.

1390 wurden die Ostteile der Kirche geweiht, so dass spätestens von diesem Zeitpunkt an wieder Gottesdienste stattfanden, auch wenn im Westen munter weiter gebaut wurde. 1418 wurde dann der Westteil der Kirche geweiht. Die Backsteine der westlichen Hälfte des Langhauses tragen zahlreiche Ziegelstempel, wie sie im Raum Lüneburg zwischen 1361 und 1575 gehäuft auftreten.

Die so genannte Abtskapelle, die sich mit zwei Geschossen nach Norden anschließt, soll 1412 vollendet worden sein. Mit dem Bau des Westturmes war zum Zeitpunkt der Schlussweihe wohl noch nicht begonnen worden. 1430 wird erstmals eine Baustelle erwähnt, 1434 soll der Turm bereits eine Höhe von 42 m erreicht haben. Die Errichtung eines weiteren Ziegelhofes in Lüneburg, des so genannten Abtsziegelhofes, der dem Michaeliskloster direkt zugeordnet war, fällt in diese Zeitspanne.

Mit der Höhe von 42 m blieb der Turm über mehr als 150 Jahre stehen, spätestens 1587 wurde ein pyramidenförmiges Dach aufgesetzt. Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass der Turm wohl ursprünglich deutlich höher ausgeführt werden sollte.

Die mittelalterliche Ausstattung der Michaeliskirche ist nicht mehr vorhanden. Die Kanzel wurde von David Schwencke 1602 geschaffen, die Orgel vom Schnitgerschüler Matthias Dropa stammt von 1708. Das berühmteste Ausstattungsstück der Klosterkirche ist die so genannte Goldene Tafel aus dem 11. Jahrhundert. Der in ihr aufbewahrte Reliquienschatz wurde 1644 und 1698 geplündert.

Adresse

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Johann-Sebastian-Bach-Platz 15, 21335 Lüneburg, Deutschland

GPS:

53.249414 , 10.401301

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