Kloster Wienhausen wurde um 1230 von Herzogin Agnes gegründet. Die Gebäude des Klosters gruppieren sich nördlich und westlich um die schon im 11. Jahrhundert errichtete Pfarrkirche. Diese enthält noch heute romanische Anteile.

Das älteste erhaltene Bauwerk des Klosters ist die um 1290 erbaute Allerheiligenkapelle. Der kleine, fast quadratische Bau besteht innen nur aus einem einzelnen gotischen Kreuzgradgewölbe. Die Wand- und Gewölbemalereien stammen aus der Erbauungszeit. Die Kapelle liegt heute ziemlich genau in der Mitte der Klosteranlage.

Um 1310 wurde der von Nord nach Süd ausgerichtete Westflügel der Klausur mit dem durch eine Warmluftheizung beheizbaren Winterrefektorium im ersten Obergeschoß errichtet. Der insgesamt dreigeschossige Westflügel wird im Süden durch einen gotischen Treppengiebel abgeschlossen.

Der dazu nahezu rechtwinklig anschließende Nonnenchor wurde als Verbindung zur Kirche hin zwanzig Jahre später errichtet; auch er schließt – nach Westen – mit einem Schaugiebel ab und bildet zusammen mit dem Giebel des Westflügels die heute charakteristische und weithin bekannte Ansicht des Klosters.

Der Giebel des Nonnenchores orientiert sich dabei architektonisch an dem älteren des Klausurflügels; seine Fassade wird, der anderen Nutzung entsprechend, durch ein großes gotisches Maßwerkfenster mit Glasmalerei bestimmt. Der Nonnenchor besitzt im Inneren vier Kreuzgratgewölben; diese sowie die Wände sind vollständig mit Märtyrerlegenden, Szenen aus der Heiligen Schrift sowie einer Darstellung des himmlischen Jerusalems bemalt. Nonnenchor und Westflügel beinhalten außerdem doppelgeschossige Kreuzgänge.

Die übrigen Klostergebäude stammen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Der Nordflügel, der das Sommerrefektorium im Untergeschoß und das Dormitorium im Obergeschoß enthielt, weist vor allem im westlichen Teil noch mittelalterliche Bausubstanz aus dem 15. Jahrhundert auf.

Auch die Zelleneinteilung des Dormitoriums dürfte teilweise noch aus dem 15. Jahrhundert stammen. Der östliche Teil des Nordflügels ist zusammen mit dem vollständigen Neubau des Ostflügels um 1549 in schlichter Fachwerkbauweise neu errichtet worden. Im Untergeschoß des Nordflügels wurde in den 1970er Jahren eine spätgotische Deckenvertäfelung freigelegt.

Da auch im Kloster Wienhausen nach wie vor Konventualinnen leben kann die Anlage nur mit einer Führung besucht werden.

Adresse

Adresse:

An der Kirche 1, 29342 Wienhausen, Deutschland

GPS:

52.58095 , 10.1853

Email:

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