Nur wenige Kilometer entfernt von den imposanten Toren Neubrandenburgs findet sich ein Juwel des Mittelalters, dessen Restaurierung ein Werk vieler Jahre ist: die Burg Stargard mit ihrem slawischem Namen in der gleichnamigen Stadt.

Sie war einst der politische und strategische Mittelpunkt Ostmecklenburgs. Erstmals erwähnt wurde Burg Stargard 1170. Ihr Name findet sich jedoch heute noch in vielen Städten Osteuropas wieder. Denn er bedeutet „Alte Burg“, von denen es in den heutigen Gebieten Polens und Litauens eine Vielzahl gibt.

Erbaut wurde die heutige Burg ab 1236. Die Hauptburg mit Bergfried, Alter Münze und Krummen Haus hat sich fast unverändert seit dem 13. Jahrhundert erhalten. Die Gebäude wurden mit teuren Backsteinen erbaut, dies zeigt deutlich welche Bedeutung die Burg im Mittelalter hatte. Die Gebäude der Hauptburg bilden einen typischen Kreis und waren das Gebiet der Herrschaft.

In der Vorburg waren dagegen die Wachmannschaften unter gebracht und die Pachtgüter gelagert. Man gelangt von außen durch das Unteren Tor in die Vorburg. Von diesem Tor sind allerdings nur noch Reste erhalten. Deutlich zeigt das Tor einen Übergangsstil zwischen der frühen Romanik und nachfolgenden Gotik. Das Tor wurde irgendwann im 13. Jahrhundert erbaut. Die anderen Bauten der Vorburg brannten dagegen im 14. Jahrhundert bei einem Überfall nieder, bei dem nur die Hauptburg gehalten werden konnte. Die heutigen Bauten der Vorburg sind also späteren Jahren zu zuordnen.

Durch das Obere Tor gelangt man schließlich in die eigentliche Hauptburg. Der Zugang zur Hauptburg wurde mehrmals verlegt, so dass heute drei verschiedene Tor vorhanden sind. Allerdings kann nur eines dieser Tore benutzt werden. Das jüngste Tor stammt aus der Renaissance und wurde um 1500 erbaut. Das erste Obere Tor zeigt dagegen genau wie auch das Untere Tor Anklänge an Romanik und Gotik. Es wurde vermutlich zwischen 1260 und 1350 erbaut. Das zweite Obere Tor entstand nach dem Überfall auf die Burg, bei dem die Vorburg niederbrannte. Hierbei wurde vermutlich das erste Tor derart stark beschädigt, dass es ersetzt werden musste.

Das sogenannte Krumme Haus ist heute nur noch als Ruine erhalten. Seine ältesten Teile entstand etwa um 1245. Im 16. Jahrhundert wurde es auf drei Stockwerke erweitert, da die Burg zwei Herzögen diente und so genug Platz für die Hofhaltung entstand. Das Haus beherbergte einst die Gemächer der Herzogin, eine Amtsstube sowie ein Gerichtssaal und im Obergeschoss ein riesiger Tanzsaal.

Über 30 Meter ragt der Bergfried über dem Burghof empor und beherbergt Deutschlands tiefstes Burgverlies. 4 Meter dick sind die Außenmauern des Turmes bei einem Gesamtdurchmesser von 12 Metern. Die Wohnung des Türmers lag auf 10 Meter Höhe. Auf dieser Höhe lag auch der Zugang zum Turm und von hier aus ging es über ein Loch in das darunter liegende Burgverlies. Der Boden des Verlieses war nochmals mehrere Meter unter das eigentliche Bodenniveau gegraben worden, so dass das Verlies eine Tiefe von rund 13,5 Meter aufweist. 1823 wurde der Turm zu einem Aussichtsturm umgebaut und erhielt einen ebenerdigen Zugang sowie das Kegelförmige Dach.

Mit der Burg entstand auch die gleichnamige Stadt Burg Stargard. Die Stadtkirche St. Johannis wurde zwar im 18. und 19. Jahrhundert verändert, stammt aber aus dem 13. Jahrhundert, was vor allem am gotischen Chor und Mittelschiff noch schön zu sehen ist.

Adresse

Adresse:

Burg 1, 17094 Burg Stargard, Deutschland

GPS:

53.49041, 13.305503

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