Die Kirche in Neukirchen wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts von westfälischen Siedlern als starker, schwerer Feldsteinbau errichtet. Bis zur Fertigstellung vergingen aber trotzdem etwa 100 Jahre, was auch den Übergang von Rundbogenfenstern im Chor zu den Spitzbogenfenstern im Langhaus erklärt. Für die Giebel, das Portal und die Fenster wurden Backsteine verwendet. Die Feldsteinkirche aus behauenen Granitsteinen ist einschiffig erbaut.

Der quadratische Westturm mit besonders dickem Mauerwerk aus Feldsteinen hat einen achtseitigen Spitzhelm und vier Schildgiebel aus Backstein. Einst mit Mönch und Nonne Dachziegeln eingedeckt, erfolgte 1985 eine Neueindeckung mit Schindeln aus kanadischer Rotzeder. Diese Schindeln wurden von der Partnergemeinde Aufkirchen in Franken gespendet und 1982 in die DDR eingeführt. Im Zuge dessen wurde die 1890 angebrachte Turmkugel vergoldet. Das Feldsteinmauerwerk weist Reste eines vermutlich noch mittelalterlichen Kalkputzes auf. Erhalten sind Spuren von rot ausgemalten Ritzfugen. Im 19. Jahrhundert waren noch Spuren von einem auf dem Kalkputz aufgemalten romanischen Ornamentfries erhalten. An der Nordseite der Kirche befand sich einst ein weiterer Anbau mit den Treppen zu den Emporen. Er wurde nach 1945 abgetragen und die Mauerdurchbrüche zu den Emporen geschlossen. Während dieser Umbaumaßnahmen wurde auch ein Durchbruch vom Turmraum in das Kirchenschiff geschaffen.
Das spätgotische hölzerne Kruzifix stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Der Altaraufsatz und die Kanzel stammen aus dem Jahr 1728. Die historische Orgel aus dem Jahr 1786 wurde von dem Rostocker Orgelbauer Paul Schmidt erbaut.

Im Turm befinden sich heute zwei Bronzeglocken. Nach dem Inventar von 1811 waren drei Glocken vorhanden. Die ältere stammt aus dem Mittelalter mit Mönchsschrift, während die jüngere von 1751 durch Otto Gerhard Meyer aus Rostock umgegossen wurde. An der Südseite des Turmes befindet sich eine in Augenhöhe eingeritzte Sonnenuhr. Im Turm befindet sich auch der Unterkiefer eines Wales. Laut der Kirchenchronik stammt der Knochen von einem Bauernsohn, der zur See fuhr und den Knochen von einer Reise mitbrachte. Aufgrund eines Erlasses des mecklenburgischen Großherzoges sollten besondere naturkundliche Funde, wie dieser Walknochen, in den Kirchen ausgestellt werden.

Zwischen 1468 und etwa 1500 wurden vermutlich in einer Fuge im Mauerwerk des Neukirchener Kirchturms neun Goldgulden versteckt, die in ein Futteral aus feinem Veloursleder eingenäht waren. Als die achtjährige Tochter der Pastorin im Mai 2007 den Kirchturm erkundete, entdeckte sie dabei auf der obersten der in den Turm führenden Treppenstufen einen zerfallenen Lederbeutel. Darin befanden sich die Goldmünzen. Wahrscheinlich fielen sie bei den Treppeninstandsetzungsarbeiten zwischen 1980 und 1990 von einer Mauerfuge auf die Treppe. Bei den insgesamt neun Münzen handelt es sich um sogenannte Goldgulden aus dem 15. Jahrhundert.

Adresse

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Dorf Neukirchen 9, 18246 Neukirchen

GPS:

53.941572799808, 11.947967112064

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