Das Bauwerk: In den Mauern des Artushofes wickelten einst die Kaufmannschaft, die Zünfte und Handwerkergilden des spätmittelalterlichen Gdańsks ihre Verwaltungsgeschäfte ab. Patrizier trafen sich hier, um über die Geschicke der Stadt zu bestimmen. Die Bauarbeiten an diesem hallenartigen Gebäude wurden im Jahr 1481 abgeschlossen. Die Fassade am nördlichen Flügel des Długi Targ Platzes stammt in ihrer heutigen Form von Abraham van den Blocke aus den Jahren 1616-17. Das Obergeschoss wird von einem Säulengang gebildet, der von rechteckigen Stützpfeilern unterteilt wird. Die steinernen Löwen bewachen den Eingang seit etwa 1635. Einrichtung und reichhaltiges Dekor des Artushofes legen ein beeindruckendes Zeugnis von den hohen künstlerischen Fertigkeiten der örtlichen Handwerkerzunft zwischen 1530 und 1580 ab. Einen besonderer Augenfang im Inneren bilden die beiden Schiffsmodelle aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Der 12 Meter hohe Kachelofen von 1545 gilt als das Meisterwerk Georg Stelzeners. Auf den von Meister Jost gestalteten Kacheln finden sich neben Porträts der zeitgenössischen europäischen Herrscher zahlreiche Wappen und allegorische Darstellungen der Tugenden sowie der Planeten.
Kirche der Gesegneten Jungfrau Maria (Marienkirche)
Das Bauwerk: Mit einer Länge von 105 m, einer Breite von 66 m, ihrem 78 m hohen Kirchturm und ihren gewaltigen 29 m hohen Gewölben ist die Gdańsker Marienkirche der größte Backsteinsakralbau der Welt. Seit 1992 dient die Marienkirche, ursprünglich die Pfarrkirche der Innenstadt, dem Erzbischof von Gdańsk zusätzlich als zweite Kathedrale. Der Grundstein der Kirche wurde am 25. März 1343 gelegt. 1379 begann unter der Aufsicht des Baumeisters Heinrich Ungeradin der mehrphasige Bau des Hauptschiffs. 1447 konnte der Ostteil des Baus mit Querschiff und dreischiffigem Chor abgeschlossen werden. Ab 1485 begannen die Arbeiten am Mittelschiff. Zwischen 1499 und 1502 wurden die äußerst dekorativen Stern-, Netz- und Kristallgewölbe abgeschlossen. Das turmförmige Tabernakel und Hans Duringers riesige astronomische Uhr stammen aus dem Jahr 1482. Die Uhr wurde erst kürzlich umfassend restauriert und verfügt seither wieder über ihre beweglichen Figuren. Die Zeiten nach der Reformation haben ihre Spuren in zahlreichen Grabinschriften, Grabmalen und Grabsteinen im Fußboden der Kirche hinterlassen. Die barocke Orgel, das Taufbecken und die Kanzel waren ursprünglich für die Johanneskirche angefertigt worden.
Das Bauwerk: Die erste hölzerne Kirche in der Handelsniederlassung von Gdańsk entstand wahrscheinlich um 1190. Im Jahr 1227 wurde sie an Mönche des Dominikanerordens übergeben, die an derselben Stelle und noch vor 1239 eine Hallenkirche aus Backsteinen errichten ließen. Die gotische Struktur ist das Produkt einer komplexen, mehrphasigen Bauweise. Der längliche, eckige Chor mit den gewaltigen Fenstern stammt aus dem dritten Viertel des 14. Jh. Dieser älteste Teil der Kirche wurde zunächst um den unteren Teil des Südturms und die Sakristei erweitert. Im späten 14. Jh. kam das hallenartige Mittelschiff hinzu, und der Turm mit seinen achteckigen Geschossen und den abgerundeten Nischen entstand Ende des 15. Jahrhunderts. Der Innenraum mit seinen achteckigen Seitenpfeilern wurde mit einem spektakulären Sterngewölbe überspannt. An der Nordmauer des Chors befindet sich ein – leider beschädigtes – gotisches Wandgemälde (1420 – 1430) mit Szenen des Leidens Christi. Zu den Kunstschätzen der Kirche zählen ferner ein Gemälde der Heiligen Jungfrau, eine Statue der Pietà und eine spätgotische Kreuzigungsgruppe. Der reichhaltig geschmückte Hauptaltar stammt aus der Zeit um 1643. Bei einem Rundgang lassen sich ferner zahlreiche interessante Gemälde aus der Zeit zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert entdecken.
Das Bauwerk: Der erste Kirchbau an dieser Stelle geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Ein Großteil der wechselhaften Geschichte der Katharinenkirche liegt dabei im Dunkeln. Fest steht, dass im zweiten oder dritten Viertel des 14. Jahrhunderts ein länglicher, an drei Seiten geschlossener Chor ebenso erbaut wurde wie das quadratische Hauptschiff der Hallenkirche und eine Kapelle am südlichen Ende des Mitteljochs. Wahrscheinlich um das Jahr 1400 herum wurde die Westseite der Kirche um den unteren Teil des Turms und spitzgiebelige Kapellen erweitert. Der Umbau des Chors zu einer Halle mit mehreren Galerien unterschiedlicher Breite datiert mutmaßlich aus dem weiteren Verlauf des 15. Jahrhunderts. Der breite Ostwall erhielt drei Giebel mit unterschiedlichen Anordnungen von Zinnen und Fenstern. Der älteste (und südlichste) dieser drei Giebel wurde Mitte des 15. Jahrhunderts geschaffen, die anderen zwei folgten Ende des 15. Jahrhundert und um die folgende Jahrhundertwende. Der Innenraum der Kirche mit den acht Seitenpfeilern, die das Mittelschiff von den Seitenschiffen trennen, wird optisch von einem außerordentlich reich verzierten spätgotischen Gewölbe des frühen 16. Jahrhunderts dominiert.