Polen

 

Stargard Szczeciński 

 
 
 

Marienstiftskirche

 
Das wertvollste Gebäude im Mittel- und Westpommern, gleichzeitig die schönste gotische Backsteinkirche Polens. Vorbild und Inspiration für mehrere Bauten in mindestens drei Ländern. Man hat mit dem Bau 1292 angefangen, der heutige Baukörper entstand im 14. – 15. Jh. Zwei Türme, zahlreiche Kapellen im Chorumgang. Hanseatische Kathedrale, nur in den größten Städten an der Ostseeküste vertreten. Fassade reich verziert (Keramik), originelle Einrichtung des Inneren der Türme – sog. Stargarder Blende, einmalige Triforiumsgalerie im Chor – das prägt zusätzlich den architektonischen Wert der Türme. Die Ausstattung der Kirche ist bescheidener: Altar aus dem Jahr 1663, Wandmalerei (15. – 18. Jh.), Grabschriften, Altare, Eingangsrahmen der Kapellen (18 Jh.), Bleifenster (19 .– 20. Jh.).
 
 

Rathaus

 
 
Rathaus
 
Das Gebäude wurde bis zur Hälfte des 12. Jahrhunderts etappenweise errichtet. Ursprünglich war das eine Markthalle, erst am Ende des 14 Jh. wurde es zum größten Rathaus Pommerns, 56x17 m groß, das im Jahre 1540 abgebrannt hat. 1540 - 1569 wiederaufgebaut, mit spätgotischem Giebel mit Masswerk verziert, von westlicher Seite. Das Masswerk wurde zur Inspiration für die Architektur der schon nicht existierenden  Apotheke “Zum Löwen” und des Bürgerhauses an der Kreuzung der Strassen Grodzka und Kramarska. Das Rathaus, mit Stadtarchiv, wurde während des großen Brandes im Jahre 1635 wieder zerstört. Während des Wiederaufbaus bekam es den Ostgiebel, der zum Vorbild für die Bürgerhäuser an den Strassen Płatnerzy, Kuśnierzy, Szewska und Pocztowa wurde. An der südlichen Seite, an der Stelle, wo sich heute das Treppenhaus befindet, stand ein Turm, der in der Neuzeit als vorläufiges Gefängnis benutzt wurde. Im 19. Jh. versuchte man , dem Gebäude einen deutlich gotischen Stil zu geben,  indem man die früher nicht existierenden Details ergänzt hat . Das Rathausgebäude wurde 1945 wieder zerstört, und in den Jahren 1948 – 1961 wiederaufgebaut. Heute ist es der Sitz des Stadtrates und einiger Abteilungen der Stadtverwaltung.
 
 

Johanniskirche

 
 
Johanniskirche
 
Ursprünglich als Kapelle gedacht, erbaut im 13. Jh. Ab 1408 begann man mit dem Bau des Turmes und des Schiffkörpers. Es entstand eine Hallenkirche mit drei Schiffen und einschiffigem Chor, der an der Stelle der Johanittenkapelle entstand. Der Turm wurde als “Stargarder Blende” eingerichtet, als Vorbild diente in dem Fall der nördliche Turm der heutigen Kolegiatta. Am Ende des 15. Jh. wurde der Chor ausgebaut und bekam einen Umgang mit Kapellenkranz und Sakristei. In einer der Kapellen entstand  ein prächtiges Zellengewölbe , hier diente das Gewölben im Dominikanerkloster in  Myślibórz als Vorbild. 1540 und 1697 wurde der Turmhelm in einem Sturm zerstört, Teilweise auch das Gebäude. Während des Brandes 1635 konnte man jedoch das Gebäude mit einigen umhüllenden Häusern retten. In den Jahren 1892 – 1893 hat man einen neugotischen Turmhelm neu aufgesetzt und dem Turm die Höhe von 99 m gegeben. Im Turminneren befindet sich eine Stiftungstafel vom 1408 und eine große Glocke vom 1464, die etwa 3500 kg wiegt. Zu der Einrichtung gehören spätgotische Gestühlelemente aus der Augustinerkirche, drei Grabplatten aus dem 17. Jh., die in einer der Kapellen im Umgang des Chores erbracht wurden.
 
 
 
 

Pfarrhäuser der Marienkirche

 
 
Pfarrhäuser der Marienkirche
 
Drei Gebäude, entstanden jeweils im 14/15V. Jh., 16. und 19. Jh.. Das älteste Eckgebäude, auf  einem unregelmäßigen Rechteckgrundstück gebaut, war im Mittelalter vermutlich eine Gemeindeschule. Nach der Reformation Sitz des Diakonats, später Dienstwohnung des Kirchenorgelspielers. Das mittlere Gebäude, auf ähnlichem Grundstück gebaut, gehörte dem Pfarrer, später dem Diakonat. Das dritte Gebäude hat man mit zwei ersten verbunden, was die älteren deformiert hat. 1935 wurde das Gebäudekomplex von der Stadt gekauft, die dort das Stadtmuseum einrichtete. 1939 – 1944 Sitz des Regionalmuseums. Seit 1957 wieder als Pfarrhaus benutzt.
 
 
 

Bastei

 
 
Bastei
 
Errichtet im 16. Jahrhundert als Beispiel  der innovativen Verteidigungsweise einer Stadt, die nämlich auf Benutzung von Waffen basierte. Für diesen Zweck hat man in den Mauern Schießöffnungen gelassen, sog. Schliz- und Schlüsselöffnungen. Oben befand sich eine Platform, auf der man Kanonen aufstellen konnte. Seit dem 19. Jh. spielte die Bastei keine Verteidigungsrolle mehr, man hat sie erhöht und zu Wohnungen umgebaut, die u. a. von Gefängniswärtern bewohnt waren. Im 1945 wurde die Bastei zerstört. Die Ruine wurde erst in den Jahren 1979 – 1980 wiederaufgebaut und an die Bedürfnisse einer Museumseinrichtung angepasst.
 
 
 

Mühlentor

 
 
Mühlentor
 
Auch Wassertor oder Hafentor genannt, wurde voraussichtlich in der ersten Hälfte des 15. Jh. gebaut. Der Name des Tores knüpft an die Stadtmühle an, die bis zur Hälfte des 18. Jh. direkt am Fluss stand. Das Mühltor war schon seit Jahrhunderten ein Symbol der Stadt. Seine Silouhette wurde auf den Stadt- und Zunftsiegeln dargestellt, war auch eins der Elemente des alten Stadtwappens. Aufgrund der seltsamen, originellen Architektur und seiner mittelalterlichen Funktion ist es heute ein Unikum in Europa. 
 
 
 

Walltor

 
 
Walltor
 
Der Name knüpft an die Verteidigungswelle, die es vor dem Bau der Mauer rund um die Stadt gab. Es wurde Etappenweise gebaut, in der Zeit vom 15. bis 17. Jh. Der untere Teil, mit der Durchfahrt, die mit einem Spitzbogen endete, wurde in der ersten Hälfte des 15. Jh. gebaut. Der Aufbau, also die erste Etage, wurde im 16. Jh. errichtet, und Renaissancegiebel  und der Dachreiter im 17. Jh. Das Vortorgebiet wurde ausgebaut und bestand aus einer halbrunden  Barbakane, die sich vor der Verteidigungsmauer befand, und des Vorder-und  Innentors. Diese Bauten wurden im 1780 abgerissen. Im Laufe des Krieges, im 1945, wurden die Giebel und das Dach zerstört. Im 1960 hat man mit dem Wiederaufbau angefangen.
 
 
 

Pyritzer Tor

 
 
Pyritzer Tor
 
Eins der schönsten Einfahrtstore in Pommern. Der Anfang der Bauarbeiten ist mit dem Bau der Verteidigungsmauer am Ende des 13. Jh. verbunden. Man hat damals den unteren Teil aus Stein errichtet, ca. 6 m hoch. In der mitte des 15. Jh. hat man das Tor bis 4 Etagen erhöht. Die höchste Etage – der Gang mit Schießöffnungen – hat die Verteidigungsfunktion übernommen.  Der Treppengiebel wurde mit Blenden und Wappenschilden, die an eine gotische Backsteinwand angebracht wurden,  verziert. In der 2. Hälfte des 15. Jh. hat man im Vortorgebiet zusätzliche Bauten errichtet. Um in die mittelalterliche Stadt einzufahren musste man zuerst unter der Aufsicht der Stadtwächter durch das Vordertor, das aus zwei niedrigen, miteinander verbundenen Basteien bestand, gemauerten Tunnel („Hals“ genannt), Zugbrücke über Festungsgraben und Innentor, das über ein Gitter verfügte, was man hochziehen konnte (Fallgatter). Die Führungsbahn des Fallgatters ist heute noch deutlich zu sehen, in der Nische von der  Frontseite. Nach dem Brand 1666 hat man das ganze Vortorgebiet umgebaut und Ende des 19. Jh. abgerissen. Heute erinnert das Tor an den ehemaligen Glanz und fasziniert mit seiner Baukunst.&nb
 
 
 

Zeughaus

 
 
Zeughaus
 
Auf einem Rechteckgrundriss ca. 1500 gebaut. Seine Backsteinwände wurden mit unregelmäßigen Streifen aus Zenderbackstein gebaut. Ursprünglich hat man in dem Gebäude Waffen und Militärausrüstung hergerichtet, gelagert und repariert.  Im 19. Jh. diente es als Militärgefängnis. Anfang des 20. Jh. zerstört, erst 1936 hat man Schutzmaßnahmen gegen den weiteren Verfall eingegriffen. 1974 – 1977 wiederaufgebaut mit der Absicht, dort eine Filiale des Miltärarchivs einzurichten. Man hat die Giebel rekonstruiert, neues Satteldach gefertigt, mit Lukarnen als zusätzlicher Lichtquelle für das Dachgeschoss, den Innenraum hat man auf zwei Stockwerke geteilt. Die Aussenarchitektur des Gebäudes erinnet nach dem Wiederaufbau an mittelalterliche Gotikbauten..
 
 
 
 

Gotisches Wohnhaus

 
 
Gotisches Wohnhaus
 
Das gotische Bürgerhaus (Protzen – Haus, Altes Haus) – wurde in der Mitte des 15. Jh. gebaut. Ursprünglich bestand es aus einem hochen Teil im Erdgeschoss, in dem sich der Büroraum befand und aus drei oder vier Lagerflächen. Der Giebel hatte Attikaform , die an die architektonische Lösungen bei Rathäusern in Lübeck, Stralsund und Kolberg erinnert hat. Die Wandfläche hat man mit der „Stargarder Blende“ verziert, die Idee hat man aus dem nördlichen Turm der dortigen Marienkirche übertragen. Das Bürgerhaus wurde in der Mitte des 17. Jh. umgebaut, indem man den Giebel mit Pinakeln, Verdachung und Volutenabfluß bereichert hat. Im 19. Jh hat man weitere architektonische Veränderungen eingeführt. 1945 wurde das Bürgerhaus zerstört,  1951–1959 wiederaufgebaut. Es ist eins der schönsten spätgotischen Bauten dieser Art Polens. 
 
 
 

Weisskopfturm

 
 
Weisskopfturm
 
 
Ist am Anfang des 15. Jh. entstanden. Ihren Namen verdankt sie der Krönung ihrer Haube, dem Kegel, dessen 6 Wände  weiß verputzt waren. Die Bastei hat einen quadratischen Vorbau, der auf einer Höhe von ca. 30 m. eine Zylinderform übernimmt. Der Eingang in die Bastei führte von der Schutzmauer auf dem zweiten Stockwerk. Der Innenraum wurde in sechs Geschosse geteilt, die mit Leitern miteinander verbunden waren. Auf der Kellerebene befand sich ein Verlies, im Zylinderteil sieht man wenige Schießöffnungen. Während der zahlreichen Renovierungsarbeiten hat man die abschließende Verzierung des runden Teils der Bastei (Zinnen) beseitigt.
 
 
 

Gefangenenturm

 
 
Gefangenenturm
 
Stammt aus der Wende des 15. und 16. Jh., ist zylinderförmig und 13 m hoch. Die Bastei stützt sich auf einen runden Vorbau, der obere Teil ist  mit Zinnen verziert. Vertikal können wir im Inneren der Bastei vier Etagen bestimmen, auf jeder befinden sich Schießöffnungen. Im Kellergeschoß befanden sich früher Arkaden, die die Lauben unterstützt haben, was eine gleichzeitige Benutzung der Schießöffnungen auf mehreren Etagen ermöglicht hat. Der Name der Bastei beweist gleichzeitig ihre Funktion. 
 
 
 

Rotes - Meer - Turm

 
 
Rotes - Meer - Turm
 
Die größte Stadtbastei Polens, ca. 1500 errichtet, 34 m hoch. Der Name der Bastei ist vermutlich mit dem 30-jährigen Krieg verbunden (1618 – 1648) – in der Nähe der Bastei hat man blutige Kämpfe geführt. Laut anderen Sagen wurden die Gefangenen vom Turmgipfel gestürzt und haben blutige Zeichen auf dem Boden gelassen. Der Name kann aber auch an die rostige Farbe der Pflanzen anknüpfen, die in der Nähe, auf dem Moorgebiet, wuchsen. Im Inneren der Bastei finden wir acht Etagen und auf jedem Geschoss befinden sich Schieß- und Beobachtungsöffnungen. Auf dem Gipfel wurde ein Backsteinkegel gerichtet. Im Vorbau befand sich früher ein Verlies, die Form des Raumes ist noch gut zu sehen in dem Durchgang, den man 1860 durchgebrochen hat. Von der westlichen Seite, auf der Höhe der Mauer, befand sich eine Platform, auf der man Kanonen aufstellen konnte. Die Bastei verfügt über drei Aussichtsplatformen, von der obersten kann man eine wunderschöne Panorama der Stadt Stargard und ihrer Umgebung bewundern. 
 
 
 

Weberturm

 
 
Weberturm
 
Stammt aus dem 15. Jh. Ihre Form ähnelt ein bisschen an die Bastei „Rotes Meer“, ist aber nicht so hoch, hat nur 31 m. Die Fassade wurde mit glasierten Backsteinen verziert. Im Kellergeschoß befindet sich ein Verlies, das Innere wurde in acht Etagen geteilt, die an die Beobachtungs- und Verteidigungsfunktion angepasst wurden. Im Fall eines Kampfes sollte dieses Stück der Verteidigungsmauer eben von der Zunft der Weber geschützt werden. Im 18. Jh. hat man  die Kellerräume als Eislager benutzt, darum der zweite Name – Eisbastei. Im 19. Jh. hatte man vor, aus Verkehrsgründen, die Bastei abzureißen, aber dank dem historischen Charakter und ästhetischen Werten wurde sie aufbewahrt.
 
 
 

Kletzinhaus

 
 
Kletzinhaus
 
Der älteste Teil des Gebäudes ist das Hinterhaus aus der Hälfte des 15. Jh. In dem Keller sind noch zwei Räume mit Stern- und Kreuzgewölbe zu sehen. Das Bürgerhaus selbst ist erst im ersten und zweiten Viertel des 16. Jh. entstanden. Der Treppengiebel mit einer horizontalen Blendenaufstellung knüpft an die spätgotische Architektur in Lübeck, Lüneburg und Wismar an. Das Haus wurde 1945 zerstört und 1969–1973 wiederaufgebaut. Am Ende des 19. Jh. gehörte das Haus dem Postmeister Rohleder, seit 1922  – Rudolf Kletzin, und vor 1939  – dem Likörhersteller W. Wolter.