Schweden

 

Malmö

 
 
 

St. Petri Kirche

 
 
St. Petri Kirche
 
Die St. Petri Kirche wurde als größte Kirche mittelalterlichen Dänemarks gebaut und diesen Status genießt sie bis heute. Steinfundamente der gotischen Backsteinkirche wurden am Anfang des XIV. Jahrhunderts gelegt. Die Kirche hat große Ähnlichkeit mit der Marienkirche in Lübeck. Die Basilika, mit einem Mittelschiff, das höher als die Seitenschiffe ist, verfügt über Kapellen, die strahlenförmig vom Chor ausgehen. Während der katholischen Periode Schwedens wurden sämtliche Kapellen zugebaut. Wir können zwei Doppelkapellen bewundern, eine nördlich, und die Marienkapelle aus dem XVI. Jahrhundert auf der südlichen Seite. Nördlich vom Eingangsbereich befindet sich die Krämarkapelle aus dem XVI. Jahrhundert. Die östliche Kapelle und die mittelalterliche Sakristei wurden zerstört. Auf der nördlichen Seite der Kirche sieht man noch den Umriss des “Knochenhauses”, wo Überreste der reichen Bürger der Stadt verlegt wurden, nachdem man ihre Gräber verkauft hat. Die heutige Innenausstattung der Kirche ist Folge der Reformation und des Wiederaufbaus unter der Leitung von C.G. Brunius im XIX Jahrhundert. Er wollte die mittelalterliche Klarheit aufbewahren und hat alles entfernt, was seiner Meinung nach ungeeignet war. Zum Glück sind die wunderschönen Malereien der Krämarkapelle erhalten geblieben.  Man hat auch sämtliche Überreste der Malereien auf dem Hauptkirchengewölbe entdeckt, die wahrscheinlich schon während der Reformation mit Kalk übertüncht wurden. Der Innenraum ist sehr gut erhalten worden, nur der aus dem Ende des XV. Jahrhunderts stammende Turm musste wiederaufgebaut werden. Die Turmspitze wurde am Ende des XIX Jahrhunderts nachgebaut.
 
 
 

Jörgen Kock Haus

 
 
Jörgen Kock Haus
 
Jörgen Kock Haus besteht aus drei, miteinander verbundenen Gebäuden, aber ursprünglich war das ein Block von sieben Gebäuden. Der Bürgermeister und Münzmeister Jörgen Kock hat seinen Sitz in den Jahren 1522 – 1525 errichtet. Es war ein privater Familiensitz, aber gleichzeitig auch eine Hauptmünzstätte Dänemarks. Ihre Lage wurde sehr durchdacht ausgesucht, sie wurde an der Kreuzung der wichtigsten Strassen Malmös gebaut: Västergatan-Adelgatan und Frans Suellsgatan, also auf der Stelle, wo die Hauptgeschäfte gemacht wurden und wo die Reichen wohnten. Neben dem Haus, das in einigen Jahren fertig gebaut wurde, entstand der Neue Markt. Die Treppengiebelhäuser wurden aus rotem Backstein gebaut. Ursprünglich wurden die Wände mit rotem Kalk behandelt. Der Nordgiebel des Hauptgebäudes wurde, und ist heute noch, mit Blindarkaden, Nischen, Skulpturen und Wappen verziert. Wir finden hier Bogenfenster und Lücken im Hausgiebel und eine Kalktafel mit dem Datum: 1525. An der nord-östlichen Ecke steht eine Madonna mit einem Säugling auf der Hand, dem kleinen Christus. Im nördlichen Gebäude befanden sich Mietwohnungen, im südlichen wahrscheinlich die Räumlichkeiten der staatlichen Münzstätte. Man hat in dem schon fertigen Gebäude viele Änderungsarbeiten durchgeführt, u. a. hat man im Südgebäude drittes Geschoss nachgebaut, was für das mittelalterliche Ausenform des Hauses von großer Bedeutung war. Diese Immobilie wurde am Ende der 60-er Jahre des XX. Jahrhunderts von der Firma Kockum`s Engineering Workshop gekauft, die sich verpflichtet hat, das Gebäude zu restaurieren. Die Arbeiten wurden im Jahre 1967 beendet. 
 
 
 

Jakob Nickelsens Haus

 
 
Jakob Nickelsens Haus
 
Der Name des Gebäudes ist mit dem Bürgermeister und Goldschmied Jakob Nickelsen verbunden, der das Haus im Jahre 1519 gekauft hat. Dieses Haus wurde auf dem östlichen Teil der Kellerräume des “Mönchhauses” aus dem XIV Jahrhundert errichtet. Die Straße Adelgatan war damals die Hauptstraße der mittelalterlichen Stadt, und der Markt lag östlich von dem Gebäude. Es ist ein Beispiel der mittelalterlichen Hansearchitektur aus Backstein, mit hohen und schmalen Häusern und Treppengiebeln von der Straßenseite, langen und schmalen Grundstücken. Die Bürgerhäuser waren Läden, Werkstätte und Wohnhäuser gleichzeitig. Im Keller und im Erdgeschoss befanden sich  Wohn- und Geschäftsräume, unter der Decke war Platz für Lagerräume. Man sieht noch Spuren des alten Eingangs, der aus praktischen Gründen nach links verlegt wurde, um Ein- und Entladung der Waren durch Öffnungen unter der Decke in der Giebelwand zu ermöglichen. Das Gebäude wurde im XVIII. Jahrhundert bedeutend umgebaut, weil die hohen Giebeln mit Einbruch gefährdet waren. Nur Erdgeschoss und Teile entlang der Ecken stammen aus dem XVI. Jahrhundert. Ursprünglich waren sie mit gotischen Fenstern gekennzeichnet, die Überreste können wir noch im unteren Teil der Fassade sehen. Das Gebäude diente als Hotel bis zum Anfang des XX. Jahrhunderts. Im Erdgeschoss befindet sich heute ein exclusives Restaurant im art-deco Stil.
 
 
 

Kellerräume Kalendegat

 
 
Kellerräume Kalendegat
 
Das moderne Gebäude im Zentrum des mittelalterlichen Stadtkerns wurde auf Überresten eines Backsteinhauses errichtet. Im Jahre 1840 hat man das alte, zweistöckige Gebäude abgerissen und auf dieser Stelle ein neues gebaut. Die Kellerräume sind aber erhalten geblieben. Sie sind in Vergessenheit geraten und wurden im XX. Jahrhundert neu entdeckt. Um sie besser erhalten zu können wurden sie am Ende der 50-er  mit einem neuem Gebäude umhüllt, nämlich mit dem Gerichtsgebäude. Die Kellerräume bildeten ursprünglich ein Teil vom kleineren Gebäude - 9,7 mal 7,4 m groß, das im XV. Jahrhundert gebaut wurde. Im XVI. Jahrhundert gehörte das Gebäude zum Tage Krabb, vielleicht war das Haus eine adlige Familienresidenz, d. h. man hat die Räume nur während eines Besuches in der Stadt benutzt, sie waren also nicht fest bewohnt. In den Kellerräumen befand sich damals vermutlich ein Laden. Der Eingang in den Keller lag von der Hofseite, aber auch direkt von der Strassenseite. Ursprünglich befanden sich im Keller vier Kreuzrippengewölbe, heute können wir nur zwei davon bewundern, die sich an der zentralen Backsteinsäule befinden. Der nördliche Teil der  Ost- und Westwände war mit vier Erker verziert, was typisch für Spätmittelalter war. In den Erkern befanden sich kleine Fenster zur Strasse von der östlichen Seite. Durch eine kleine Öffnung in einem der Gewölbe konnte man das Erdgeschoss des Gebäudes erlangen, sie diente als Verbindungsweg zwischen den beiden Stockwerken. 
 
 
 

Herrenhof Drigenbergska

 
 
Herrenhof Drigenbergska
 
Unter den wunderschönen gelben Fassaden verbirgt sich ein der ältesten Gebäude Malmös. Im Keller, im südlichen Teil des Gebäudekomplexes, hat man  römische Fundamente gefunden, die vermutlich aus dem XIII. Jahrhundert stammen und ein Teil der ältesten Kirche Malmös waren. Zum ersten Mal wurde das Gebäudekomplex im Jahre 1463 urkundlich erwähnt, damals gehörte es dem Münzmeister Henrik Dringenberg. Rund um den Innenhof standen vier Gebäude, die aus Backstein und Sandstein gebaut wurden und mit Treppengiebel verziert wurden. Die Residenz lag nahe am Hauptplatz der Stadt. Im XVI. Jahrhundert bekam das Komplex den Namen “Lübecker Haus”, weil es von einem Lübecker Kaufmann bewohnt war. Im XVII. Jahrhundert gehörte das Gebäude dem Bürgermeister Jost Ledebur. In weiteren Jahrhunderten diente es als privater Wohnsitz, aber auch als  Anstalt für gefallene Frauen. In Zusammenhang mit den Änderungen der Bestimmungsweise hat man das Gebäude mehrmals umgebaut und die mittelalterliche Architektur schon kaum zu erkennen war. In den Jahren 1964-65 hat man mit dem Wiederaufbau angefangen. Im Laufe der Arbeiten hat man spätmittelalterliche Kellerräume  mit einem Kreuz-Bogengewölbe und Granitwänden entdeckt. Man hat auch kleine Fragmente anderer Kellerräume mit Kreuz-Rippengewölbe und eine Backstein-Kalkwand  im Innenhof gefunden. Die Fassaden von der Strassenseite wurden restauriert, man hat ihnen das Aussehen aus dem XIX. Jahrhundert wiedergeschenkt. Heute gehört das Gebäude einem Unternehmen aus der  Immobilienranche Malmö Real Estate Company City Ltd.
 
 
 

Kompaniehaus

 
 
Kompaniehaus
 
In dieser besonderen Lage, im Herzen der Stadt, steht das Kompaniehaus aus dem Jahr 1540. Ursprünglich ging es auf die Strasse von der südlichen Seite, seine östliche Seite führte zum Hauptmarkt. Im XVI. Jahrhundert gehörte das Haus einer dänischen Handelskompanie und diente als Lager der dänischen Exportwaren. Die ursprüngliche Bestimmung und die Bauherren sind leider unbekannt, man verbindet das Gebäude mit dem Architekten Marten Bussert, der das Schloss in Malmö gebaut hat. Beide Bauten haben gleiche  architektonische Kennzeichen. Im Keler finden wir  Kappengewölbe, dann folgen zwei Geschosse und Räume unterm Dach. Der Keller und das obere Geschoss sind mit einer Aussentreppe zugängig. Das Gebäude wurde im spätgotischen Stil gebaut, man findet an dem aber auch Spuren der Frührenaissance. Reich verzierte Treppengiebel sind typisch für Gotik, große Fenster und Kamine für Renaissance. Viele Jahre lang diente das Gebäude als Lager, man hat alle Fenster, mit Ausnahme der zwei von der nördlichen Seite, im zweiten Stock,  zugemauert. Trotz bedeutender Umbaumaßnahmen finden wir in diesem Haus immer noch viele authentische Elemente. Im ersten Geschoss sind z. B. die Fußböden erhalten geblieben. Treppe, Dach und Fenster wurden während der Arbeiten in den 1970-er Jahren rekonstruiert. Das Gebäude wurde verputzt und angestrichen, es bekam eine Farbe, die typisch für Malmö in dieser Zeit war. Heute gehört es der Stadt, dient als Weinkeller und Konferenzsaal.
 
 
 

Schloss Malmöhus 

 
 
Schloss Malmöhus
 
Im Jahre 1434 hat Erich von Pommerns zwei Stadtgüter im westlichen Teil der Stadt erworben, nahe der Stadtmauer und ließ ein Kastell bauen. Es ging bei dem Bauvorhaben um den Schutz der Stad vor Piraten und um eine günstige Möglichkeit, Steuer von den Hansaschiffen und anderen, die Öresund querten, zu beziehen.  Das Kastell wurde aus Backstein gebaut und mit vier Streifen aus Sandstein verziert, die man bis heute sehen kann. Sichtbar sind auch die Überreste der Stadtmauer, des westlichen Schlossteils und des Westtores. Seit 1343 hatt die Münzstätte ihren Sitz nach Malmöhus verlegt und man hat weitere Gebäude bauen lassen. Die Münzstätte wurde im Jahre 1526 in den Sitz des Bürgermeisters Jörgen Kock verlegt. In den Jahren 1526 – 29 wurde das Schloss vom König Frederik I. erweitert, diese Arbeiten wurden von seinem Nachfolger, Christian III., fortgesetzt. Das heutige Schloss verdankt ihm sein Aussehen. Das neue Schloss ist eine Mischung von Gotik und Renaissance, die Räumlichkeiten im II. Stock sind am besten erhalten geblieben, im Großen Saal und im Königlichen Saal können wir die Spuren der Geschichte bewundern. Später hat man  die Festungsfunktion des Schlosses verstärkt, indem man den Festungsgraben und vier Kanonentürme zugebaut hat. Als Malmö 1658 schwedisch wurde ging die Funktion als königliches Schloss zu Ende, man hat die Festungsfunktion betont und weitere Basteien gebaut. Ende des XVII. begann der Niedergang des Shlosses, die Festung diente im XIX. Jahrhundert als Gefängnis. Seit 1928 wurde eine umfassende Restauration durchgeführt, das Schlossgebäude wurde mit einem neuen, modernen Anbau ergänzt. 1937 fand die Einweihung der neuen Räumlichkeiten von Malmö Museum statt.
 
 
 

Roseving-Haus

 
 
Roseving-Haus
 
Das Roseving-Haus wurde 1534 von der Witwe Anne Pedersdatter Lilliefeldt gebaut. Das Baujahr dieser Immobilie ist sehr exakt auf einer Steintafel oberhalb des linken Eingangs gekennzeichnet, neben dem Datum 1534 finden wir auf dieser Tafel auch den Namen der Eigentümerin und ihres gestorbenen Ehemannes, Mogens Jensen Roseving. Das Haus  besteht aus zwei identischen, spiegelbildlich gebauten Wohnungen,  die auf zwei Stockwerken liegen. Anne  Pedersdatter Lilliefeldt wohnte in der schöneren, reicher geschmückten Wohnung links, ihre Tochter rechts. Das Haus wurde aus Backstein gebaut, mit Kalkelementen verziert und rot angestrichen. Ursprünglich befanden sich an dem Gebäude auch  Treppengiebel, die leider Anfang des XIX. Jahrhunderts zerstört wurden. Im Innenhof befanden sich sogar vier Toiletten. Die Treppe führte zur Tür im zweiten Stock. In der westlichen Wohnung finden wir gut erhaltene Wandmalereien und die älteste Tapette mit rot-grünem Blumenmuster auf der Decke. Senkrecht zum Hauptgebäude stehen zwei Riegelhäuser, je mit zwei Stockwerken, das linke Gebäude stammt aus dem Jahr 1561, das betrifft das rechte Haus wohl auch. Die Bestimmung des Baujahrs war dank der Baumkundechronologie möglich. Der Innenhof ist mit Kopfsteinpflaster verlegt und im Norden mit einem einstöckigen Riegelhaus mit Tor begrenzt. In den 1940-er Jahren wollte man das Gebäude sanieren, ist aber erhalten geblieben und man hat 1950 mit der Restaurierung angefangen, die erst 1993 zu Ende ging. Die angewandte Restaurierungsmethode ermöglichte eine Verbindung von unterschiedlichen Architekturstile, die für jede Periode charakteristisch waren, was die Entwicklung des Gebäudes nachvollziehen lässt.
 
 
 

Niels Kuntze-Haus

 
 
Niels Kuntze-Haus
 
Dieses Haus wurde wahrscheinlich von dem reichen Bürgermeister Jep Nielsen im Jahre 1530 gebaut. Es wurde 1541 urkundlich erwähnt und damals “ das Steinhaus von Niels Kuntze” genannt. Niels Kuntze war Schwiegersohn des gestorbenen Bürgermeisters Jep Nielsen, selbst auch Bürgermeister. Das Haus ähnelt das Roseving-Haus, die Gestaltung mit den zwei identischen Wohnungen ist gleich. In den Kellerräumen sind zwölf Kreuzgewölben erhalten geblieben. Im Inneren finden wir Überreste der Wandmalereien aus dem XVII. Jahrhundert, auf den Decken im Erdgeschoss. Im XVII. Jahrhundert brannte das Haus zum Teli ab, manche Innenwände mussten abgerissen werden, was zur Zerstörung der ursprünglichen  Verteilung der Wohnungen beigetragen hat. Die Fassaden sind mit Sandstein verziert. In der Fassade von der Seite der Strasse Östergatan befinden sich zwei Öffnungen, die kaufmännische Geschäfte ermöglicht haben. Treppengiebel sind bis heute erhalten geblieben, was bei Roseving-Haus nicht der Fall ist. Im Dachbereich befand sich ein Erker über zwei Stockwerke, mit Fenstern. Der erhaltene Flügel, nach Regeln der Riegelbebauung errichtet, stammt aus 1720. Ursprünglich hatte das Gebäude zwei Flügel, mit Pferdestahl und Küche. Das Hauptgebäude ist heute mit  gelbem Sandstein verlegt, auf dem Steildach befinden sich zwei Erkerfenster. Von der Strassenseite sieht man Fassandenbögen.