Führungen: innerhalb der Öffnungszeiten, Dauer 0,5 - 2 Stunden
Das Bauwerk: Die St. Marienkirche in Anklam gehört zu den schönsten gotischen Backsteinkirchen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Errichtung fand Mitte des 13. Jahrhunderts statt. Von diesem Bau sind Teile der geplanten Doppelturmanlage und des rechteckigen Chorraumes erhalten. 1296 wurde die St. Marienkirche erstmalig urkundlich erwähnt. Zum Ende des 15. Jahrhunderts begann eine Erweiterung des Chores zu einer 3-schiffigen Anlage, einer Erhöhung des Gewölbes im Hauptchor, des Sakristeibaus und der Kapellanbauten am Südschiff. In dieser Gestalt ist die Kirche bis heute erhalten. Seit 1488 wird die St. Marienkirche als Marienkapelle benannt. 1535 erfolgte eine Ordnung der Reformation, so dass es zu einer Besetzung von 2 Pastoren an jeder Kirche kam. Bei einer Belagerung von 1676/77 durch die Brandenburger kam es zu Beschädigungen an der Kirche; eine Wiederherstellung gelang mit Hilfe des Kurfürsten. 1778 und 1849 wurden die Dachreiter mit kleinen Glöckchen auf dem östlichem Dachreiter abgetragen. 1806 war die Kirche Heu- und Strohmagazin der Franzosen. 1814 wurde die neue Orgel eingeweiht, 1816 erfolgte eine Erneuerung der abgebrannten Turmspitze. Zwischen 1849-1852 wurden die Empore und einige Gestühle abgerissen, ein Neubau erfolgte an der Empore, der neuen Orgel (Kaltschmidt - Stettin) von Karl Loewe. 1887 wurde die Turmspitze nach einem Brand um fast 100 m erhöht, zusätzlich erhielt die Kirche neue Glocken. Bei Innenrenovierungsarbeiten wurden 1936 gotische Fresken an Pfeilern und im Gewölbe aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts freigelegt. 1943 erlitt die Kirche schwerste Beschädigungen durch Bombenangriffe. Darauf hin wurden wertvolle Gegenstände der Ausstattung in das Schloss Schwerinsburg ausgelagert, die jedoch 1945 durch den Brand des Schlosses vernichtet wurden. 1947 erfolgte die Wiederherstellung des Turms mit Satteldach. Es wurden der Hochaltar mit Kruzifix und Flügeln (aus St. Nikolai), die Apostelglocke (St. Nikolai) sowie zwei neue Glocken eingebaut. 1957 wurde die Kirche wieder eingeweiht, 1962 erfolgte der Wiedereinbau des geretteten Hauptbildes des Hochaltars, der Marienfigur und der Einbau einer neuen Schuke-Orgel (2 Manuale, 30 Register). 1971 erhielt die Orgel ein neues Schuke-Positiv (5 Register, angehängtes Pedal). Seit 1992 wurden Sanierungsarbeiten am Dach, Mauerwerk, Gewölbe, Heizung, Türen, Sakristei, Marienkapelle ausgeführt.
Das Bauwerk: Die Nikolaikirche wurde 1280 zu Ehren des Heiligen Nikolaus, Schutzpatron der Seefahrer, Fischer und Handelsleute errichtet. Der Kirchenturm war Lotsenzeichen und weit über das Haff zu sehen. Sie diente als Wahrzeichen der Stadt Anklam, Symbol der Freiheit und des Wohlstandes der hanseatischen Bürger. 1336 stiftete Thedericus Nordow, ein Anklamer Bürger, den Altar. Die Fertigstellung der Kirche erfolgte vermutlich um 1500 nach dem Einbau des Chorgestühls. 1568 wurden größere Bauarbeiten durch Lorenz Bole zum Abschluss gebracht. 1574 wurde der Kirchturm durch einen Blitzschlag beschädigt. Nach einem erneuten Wetterschaden im Jahre 1586 wurde das Dach mit Kupferplatten neu eingedeckt. 1606 wurde für die Böttcher und andere Innungen das Gestühl errichtet. 1696-1700 erfolgte die Beendigung der Bau- und Reparaturarbeiten. 1733 wurde die durch einen Sturm 1703 verbogene Turmspitze gerichtet. Nach weiteren Wetterschäden erhielt die Kirche 1802 einen Blitzableiter. Seit Dezember 1806 wurde die Kirche durch die Franzosen als Sattlerwerkstatt benutzt. Am 10. Januar 1807 fand die Weihe der neuen Orgel von Buchholtz/Berlin statt. Nachdem durch einen Blitzschlag 1816 der Kaiserstuhl abbrannte, wurde 1817 die Turmspitze wiederhergestellt. 1850 erfolgte die Errichtung eines Orgelchores nach einer Zeichnung des königlichen Bauführers Märtens. Der Einbau der Orgel erfolgte von Kaltschmidt/Stettin. 1851 wurde diese Orgel durch den Bischof D. Ritschl geweiht. Nachdem 1868 die eingeschossigen Kapellen entfernt wurden, entstanden 1873 bauliche Veränderungen durch Bauinspektor Butterkirch an der Orgelempore. Die Kirche erhielt Fensterrippen, Gesimsteile und neues Gestühl. 1906 wurden farbige bleiverglaste Chorfenster, neue Orgel, Wandanstriche, neues Gestühl und Einbauten eingesetzt. Am 23. April 1909 wurde die renovierte Kirche eingeweiht. Im II. Weltkrieg wurde die Kirche bis auf die Umfassungsmauern zerstört, wodurch der vollständige Zerfall drohte. 1994 wurde ein Förderkreis zum Erhalt der Kirche gegründet. Ab 1995 erhielt die Nikolaikirche eine Notüberdachung, als dann eine schrittweise Nutzbarmachung. Seit 1999 wurde die Kirche für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.
Öffnungszeiten: Es gibt keine Öffnungszeiten, da das Gebäude Standesamt, Sitzungsräume und Sitzungssal der Stadtvertreung beherbergt. Das Gebäude wird im Rahmen der Stadtführung einbezogen.
Das Bauwerk: Das gotische Giebelhaus befindet sich an der Ecke Frauenstraße/Mägdestraße am Pferdemarkt. Erstmals zur Zeit der Hanse im Jahre 1406 erwähnt, zählt es zu den wohl beeindruckendsten Gebäuden und ist das älteste erhalten gebliebene Bürgerhaus und Gebäude der Stadt. Um möglichst viele Häuser nebeneinander platzieren zu können, wurde damals mit der Giebelseite zur Straße oder zum Marktplatz gebaut. Hier entschied man sich, den Giebel in Richtung Mägdestraße/Pferdemarkt auszurichten. Die Verzierung des Straßengiebels dieses Backsteinbaus mit gotischen Stilelementen, wie sie beim Kirchenbau zu finden ist, zeugt vom früheren Reichtum der Stadt und seiner Bürger. Der stattliche Staffelgiebel des beschriebenen Hauses ist erhalten geblieben. Hinter dem Giebel befand sich ursprünglich ein Speicherraum. Besitzer des Gotischen Giebelhauses sind im Stadtbuch wie folgt eingetragen: - 1406 der Tuchhändler Georgius de Ghlin - 1437 der Gewandschneider Jakob Langschwager - 1471 der Ratsherr Hermen Iven - 1681 der Reeder Benjamin Scheele. Der Enkel von Benjamin Scheele, Carl Wilhelm Scheele (1742 bis 1786), gelangte als Chemiker unter anderem durch die Entdeckung von Sauerstoff, Wasserstoff, Chlor, Mangan zu Anerkennung. Im Jahre 1997 wurde die Sanierung des Gotischen Giebelhauses abgeschlossen und seiner neuen Bestimmung übergeben. Seitdem beherbergt das Giebelhaus das Standesamt sowie den Sitzungssaal der Stadtvertretung der Hansestadt Anklam und Fraktionsräume der im Parlament vertretenen.
Das Bauwerk: Das Steintor ist ein 32 m hohes Torhaus und stammt als einzig erhalten gebliebenes Stadttor von ehemals vier Toren der mittelalterlichen Befestigungsanlage aus dem 13. Jahrhundert. Es gilt als Wahrzeichen der Stadt. In der Stadtgründungszeit befand sich an der Stelle ein Holztor. Das Bauwerk unterzog sich bis zum heutigen Aussehen mehreren Umbauten - ersichtlich an der unterschiedlichen Steinfärbung des Tores und den Zierelementen. Ursprünglich war das Tor nur halb so hoch und besaß über dem jetzigen Durchgang eine ähnlich geformte Öffnung. Mit Einführung der Feuerwaffen folgte 1634 die Verstärkung der Befestigungsanlage. Im oberen Bereich wurde ein hölzerner Wehrgang gebaut (türförmige Öffnungen, Aussparungen und Vertiefungen für eine etwaige Holzkonstruktion im Mauerwerk ersichtlich) sowie die Aufstockung auf 32 m Höhe. Weitere Umbauarbeiten und eine Verstärkung der Befestigungsanlage erfolgten 1634. 1759 wurde mit der Beseitigung eines Teils der Befestigungsanlagen auch das Vortor des Steintores niedergerissen, womit die Bedeutung als Teil der Befestigungsanlage verloren ging. Es folgte die Herrichtung als Stadtgefängnis-Einwölbung von 4 mit dem Schornstein verbundenen Zellen, der die Beheizung ermöglichte. Der Vorplatz des Steintores war Teil des Gefängnisinnenhofes. Hier fanden bis 1853 Hinrichtungen statt. Das Steintor wurde als Gefängnis bis 1900 genutzt. Darauf hin drohte das Steintor zu verfallen, da es lange Zeit ungenutzt blieb. Nach 1936 erfolgten erste Sicherungsarbeiten. Zur Stabilisierung des Gebäudes wurde 1986 mit einer umfangreichen Sanierung begonnen. In nur 3 Jahren Bauzeit konnte das Gebäude in seiner architektonischen Schönheit und kulturhistorischen Bedeutung wieder in Besitz genommen werden. Seit 1989 befindet sich im Steintor das Heimatmuseum der Stadt mit wechselnden Ausstellungen über die Hansestadt Anklam. Über das ehemalige Wachhaus gelangt man in das Innere des Steintores. Die Überwindung von 111 Stufen als Turmaufstieg wird mit einem atemberaubenden Blick über die Stadt und das Peenetalmoor belohnt. Das Steintor zählt zu den schönsten Backsteintoren Norddeutschlands.