Deutschland

 

Parchim

 
 
 

Rathaus

 
 
Rathaus
Kontakt:
19370 Parchim Schuhmarkt 1
 
Das Bauwerk:
Das Parchimer Rathaus stammt mit dem Kern seiner Bausubstanz aus dem 14. Jahrhundert. Das heutige Aussehen erhält es erst 1818 durch einen tiefgreifenden Umbau. Dieser vom Land- und Hofbaumeister J. G. Chr. Barca geleitete Umbau ist so umfassend, dass Zeitgenossen von einem Neubau sprachen. Der mehrfach gegliederte dreiseitige Schaugiebel, der das Rathaus zur Marktseite hin schmückte, war schon ein paar Jahre vorher abgebrochen worden, weil er baufällig war. Die Gebäudeseite zur Waagestraße mit dem Treppengiebel und der fünffachen Blendengruppe hat aber wohl noch das ursprüngliche Aussehen. Auch der Keller mit den Kreuzrippengewölben, die in der Raummitte von wuchtigen gemauerten achteckigen Pfeilern abgestützt werden, hat noch viel von seinem einstigen Bestand. Dieser gotische Rathauskeller sucht weit und breit seinesgleichen. Bei dem Umbau wird zwischen dem Erd- und Obergeschoß ein weiteres Geschoß eingefügt. Dadurch werden auch die Fensteröffnungen verändert. Diese Baumaßnahme kann man heute noch an der unterschiedlichen Färbung des Mauerwerkes gut erkennen. Von Barca stammt auch das eindrucksvolle Portal an der Kirchenseite des Gebäudes. Das Parchimer Rathaus ist nach seinem Umbau vor fast 200 Jahren wohl als das älteste neugotische Bauwerk im Lande anzusehen. Die Uhr am Rathausgiebel auf der Seite zum Alten Markt wird 1869 als Normaluhr für die Stadt angebracht. Sie wird dann 1930 vom Mittelfenster auf die rechte Seite verlegt.
 
 
 

St. Georgen Kirche

 
 
St. Georgen Kirche
Kontakt:
St. Georgen: Lindenstraße
St. Marien: Mühlenstraße 40
19370 Parchim

Öffnungszeiten:
Montag-Freitag 10-16 Uhr,
Samstag 10-12 Uhr
Auch außerhalb der Öffnungszeiten sind
nach Anmeldung Führungen möglich.
Tel. 03 871 / 213 423
 
Das Bauwerk:
1170 wird Parchim erstmalig urkundlich erwähnt. Zu einer bereits vorhandenen Burg kommt bald eine Kaufmannssiedlung hinzu. Um 1200 erhält  diese Siedlung Stadtrecht. Im Zentrum steht  eine dem Heiligen Georg geweihte Pfarrkirche, die 1229 erstmals als St. Gorgenkirche urkundlich nachweisbar ist. Der spätromanische Backsteinbau ohne Turm und Querschiff mit einem niedrigen Satteldach brennt 1289 fast völlig ab. Gleich darauf beginnen die Bauarbeiten und es entsteht eine neue St. Georgenkirche, die 1307 geweiht wird. Im 14. Jahrhundert kommen der Chorumgang und Anbauten im Süden und Norden hinzu. Die letzte umfassende Restaurierung fand im Jahr 1898 statt. 1979-1983 erfolgen Außenhaut- und Dacherneuerung. Danach werden alle Fenster restauriert und von außen gesichert. 2001 erfolgt eine Restaurierung der Friese-Orgel (durch entscheidende Beiträge des aktiven Fördervereins). Durch den Einbau der Winterkirche, der Heizung, der Küche und der Toiletten werden Möglichkeiten zur vielfältigen ganzjährigen Nutzung der Kirche geschaffen. 2003 gründete sich ein Förderverein für die Restaurierung der Glockenanlage. Zahlreiche Spenden aus der Gemeinde kommen hinzu. Ziel ist ein Vierer-Geläut. In der St. Georgenkirche ist nur noch eine der Glocken erhalten (gegossen 1613). Im 2. Weltkrieg sollte diese eingeschmolzen werden, wurde nach dem Krieg aus Hamburg zurückgeholt. Bemerkenswert sind eingemauerte jüdische Grabsteine aus dem Mittelalter.
 
 
 

St. Marienkirche

 
 
St. Marienkirche
Kontakt:
St. Georgen: Lindenstraße
St. Marien: Mühlenstraße 40
19370 Parchim

Öffnungszeiten:
Juli / August  Mo.-Fr. 10-17 Uhr
Sa. 13-15 Uhr
www.Kirchenkreis-Parchim.de
Auch außerhalb der Öffnungszeiten
sind nach Anmeldung Führungen möglich.
Tel. 03 871 / 226 140 oder 03 871 / 727 972
 
Das Bauwerk:
Im Jahre 1249 wird zum ersten Mal die Parchimer Neustadt und die Pfarre St. Marien urkundlich erwähnt. Im Mittelpunkt entsteht in diesen Jahren der Neue Markt und die Backsteinkirche St. Marien mit ihrem um 1300 vollendeten 54 m hohen Turm, der das Stadtbild schon von weitem prägt. St. Marien ist das älteste heute in Parchim erhaltene Bauwerk und zählt zu den eindrücklichsten Beispielen der spätromanischen Kirchenbauten Mecklenburgs mit schon zahlreichen frühgotischen Einflüssen. Im 15. Jahrhundert erhielt die Kirche an der Nordseite einen Anbau und der Ostgiebel wurde in hochgotischer Fassung erneuert. Vieles von seiner Ursprünglichkeit ist dem Bau bewahrt geblieben. So kann nach der Abtrennung des Nordanbaus um 1980 auch wieder der ursprüngliche Charakter einer dreischiffigen Hallenkirche erlebt werden. Die Seitenschiffe sind dabei nur halb so breit wie das Mittelschiff ausgeführt, welches quadratische Joche aufweist. Dadurch erhält der Innenraum schon eine gotische Proportion mit einer Betonung der senkrechten Linien. Im Kirchenschiff sind weitere Gestaltungselemente aus der Übergangszeit von der Romanik zur Gotik zu finden. Die Wand- und die auf achteckigen Sockeln stehenden Freipfeiler sind als Werke des 13. Jh. deutlich von den im 14. Jh. nachträglich eingebrachten Kreuzrippengewölben zu unterscheiden. Die Architektur des Nordanbaus ist dann ganz von der Gotik bestimmt. Es handelt sich um eine zweijochige Halle mit Sterngewölben. Das Äußere des Backsteinbaus zieren viele Schmuckelemente: Deutsches Band und Rundbogenfries unter der Traufe; stark hervortretende Ecklisenen; Spitzbogenblenden an den Giebeln; Vierpaßfriese und blendengeschmückte Giebeldreiecke am Turm. Zur wertvollen Innenausstattung zählen die bronzene Tauffünte (1365); der geschnitzte Flügelaltar (um 1500); die Renaissance-Kanzel und die die gesamte Kirchenbreite einnehmende geschnitzte Orgelempore (17. Jh.).  Bedeutende Kunstdenkmale: Altar, Kanzel, Ratsstuhl.