Deutschland

 

Landkreis Nordwestmecklenburg

 
 
 

Dassow

 
 
Dassow
 
Dassow ist eine Kleinstadt (Ackerbürgerstadt) an der Mündung der Stepenitz in den Dassower See. Sie ist wegen der touristischen Bedeutung als „Tor zur Ostsee“ bekannt. Dassow zählt zu den ältesten urkundlich genannten Orten Norddeutschlands und wurde bereits 968 urkundlich erwähnt. Slawische Besiedlungen auf den Hängen der Stepenitz sind archäologisch nachgewiesen. Eine Raubritterburg wurde 1261 zerstört. Die Kirche wurde ab 1237 errichtet. Sie ist aus Mauerziegeln im wendischen Verband und behauenen Granitblöcken gemauert. Eine Feuersbrunst zerstörte 1632 die Stadt. Auch das Kirchenschiff und der Turm brannten aus, das Dach des Chores jedoch blieb erhalten. Ein hoher Turm war Seezeichen und Hinweis für die Reisenden aus anderen Fürstentümern, denn der Ort hatte bereits Marktrechte. Im Ortsteil Lüttgenhof wurde 1839 vom Justitzrat Moritz Christian Paepke ein Gutshaus erbaut, welches bereits 1890 zu einem klassizistischen Herrenhaus umgebaut wurde. Nach dem Krieg wurde es unterschiedlich genutzt, ab 1999 wurde ein Hotel mit dem Name Schloss Lütgehof geöffnet. 
 
 
 

Gadebusch

 
 
Gadebusch
 
Gadebusch liegt eingebettet in der Westmecklenburgischen Seen- und Hügellandschaft unweit der Landeshauptstadt Schwerin. Auf dem ursprünglichen slawischen Burgwall wurde aus dem größeren Fürstensitz auf dem heutigen Schlossberg 1570/71 ein Schloss als dreiseitiger Putzbau mit Terrakottengliederung von C. Haupitz errichtet. Dieser war bis in das 17. Jahrhundert hinein Verwaltungs -und Nebensitz der Mecklenburger Herzöge. Auf einem Hügel im Zentrum der Stadt wurde zwischen 1210 und 1230 mit dem Bau der spätromanischen Stadtkirche St. Jacob und St. Dionysios begonnen. Sie gilt als die älteste Hallenkirche im Osten Deutschlands. Ihre Bauweise ist von Skandinavien und Westfalen beeinflußt. Von großer Bedeutung ist die Königskapelle, die von der Gattin Herzog Albrechts von Schweden (1363- 1395), der Königin Agnes von Schweden, 1420 gestiftet wurde. Das Rathaus, der älteste Teil des zweigeschossigen Backsteinhauses, ursprünglicher Kernbau, ist mittelalterlich, wohl um 1340 errichtet. Um 1618 setzte man die sich zum Markt hin öffnende Gerichtslaube mit einem Renaissancegiebel vor. Anlässlich der 750 - Jahrfeier wurde der Rathauskomplex in den Jahren 1997 bis 2000 restauriert.
 
 
 

Klütz

 
 
Klütz
 
Der Flecken Klütz wird bereits im Ratzeburger Zehntenregister um 1230 erwähnt. Klütz erhielt 1938 Stadtrecht und liegt zwischen Lübeck, Grevesmühlen und Wismar nahe der Ostsee (5 km). Die Umgebung von Klütz besitzt die fruchtbarsten Böden des Nordens, womit eine große landwirtschaftliche Bedeutung begründet ist. Die dreischiffige Klützer Hallenkirche aus Backstein ist um 1280, in der Zeit des Übergangs vom romanischen zum gotischen Stil, erbaut worden, was sich in der Gestaltung des Bauwerks widerspiegelt. Teile der glasierten Fußbodenplatten sind noch im Altarraum erhalten. Ein neunsitziges Chorgestühl aus dem 14. Jahrhundert befindet sich an der Südseite, an der Nordseite ist eine Nachbildung zu finden. Die Kleinstadt wurde historisch durch den Adel auf dem “Barockschloss Bothmer„ sowie der Güter um Klütz geprägt. Unweit von Klütz befinden sich weitere Dorfkirchen, eine in Elmenhorst, welche bereits 1230 erwähnt wurde und interessante Gewölbemalereien aus dem 13. Jahrhundert besitzt. Eine andere in Kalkhorst, die noch heute rätselhaft ist, weil der Turm schräg zum Kirchenschiff steht.
 
 
 

Neukloster

 
 
Neukloster
 
Das Bauwerk wurde vor 780 Jahren mit der Gründung des Zisterzienser Frauenklosters erstmals genannt. Die Klosterkirche liegt auf einem Berg und ist ein einschiffiger Backsteinbau über kreuzförmigem Grundriss. Sie entstand bereits 1245 als ursprünglich basilikale Anlage in Anlehnung an den Ratzeburger Dom. Zu den ältesten Glasmalereien Mecklenburgs gehören Reste der spätromanischen Glasmalereien im Chor, welche um 1250 entstanden. Zwischen Flechtband und Rankenornamenten befinden sich die heilige Maria Magdalena, Katharina und Elisabeth sowie die beiden Apostel Matthäus und Matthias. Weitere wertvolle Innenausstattungen sind aus unterschiedlichen Jahrhunderten erhalten und stehen den interessierten Bürgern zur Betrachtung  offen. Von der ehemaligen Klosteranlage sind noch das Probsteigebäude sowie der Glockenturm erhalten. Beide Objekte bilden eine geschlossene Einheit. Die Kleinstadt Neukloster liegt am Neuklosteraner See und ist  in weiträumige Buchen- und Kiefernwälder eingebettet. Die reizvolle Natur, Märkte, Straßen und Plätze laden zum Erholen, Radfahren, Schwimmen und Wandern sowie zu einem Spaziergang in der abwechslungsreichen Umgebung der Stadt ein.
 
 
 

Kirche Vietlübbe

 
 
Kirche Vietlübbe
 
Die Kirche Vietlübbe zählt zu den ältesten Kirchen Mecklenburgs auf dem Lande. Bereits in der Romanik wurde sie auf dem Grundriß eines gleichseitigen Dreiecks errichtet, welche zum Bistum Ratzeburg gehörte und 1230 bereits in der Chronik erwähnt wird. Romanische Gestaltungselemente sind im inneren wie im äußeren zu erkennen, die Portale und Rundbogenfenster mit kunstvollen vorgesetzten Rundstäben kennzeichnen das äußere Bild. Mauerabschlüsse werden vom Deutschen Band sowie von Rundbögen und Rautenfriesen geschmückt. Der Turm stammt aus dem 18. Jahrhundert. Alte Wandmalereien wurden bei Sanierungsarbeiten 1987 sichtbar, sie wurden freigelegt und zeigen unter anderem eine Mariendarstellung und eine Illusionsmalerei.
 
 
 

Schönberg

 
 
Schönberg
 
Schönberg liegt auf einem Hügel, eingeschlossen im Sumpfgebiet der Maurineniederung und der Rupensdorfer Bäk. Dort lag die alte Burg, dann die Stadt Schönberg, deren Historie eng verbunden mit der Geschichte von  Ratzeburg ist.  Ab 1328 wohnten in Schönberg die Bischöfe und wurden in ihre Ämter eingeführt, da Schönberg die einzige Stadt im Fürstentum Ratzeburg war. Durch den Westfälischen Frieden 1648 fiel das Bistum Ratzeburg an das Fürstentum  Mecklenburg, von 1701 bis 1934 an das Fürstentum Mecklenburg-Strelitz. Die St. Laurentiuskirche wurde unter Verwendung der Reste eines frühgotischen Vorgängerbaus in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet und bestand aus einer vierjochigen Stufenhalle mit eingezogenem Chor. Der Turm wurde im 16. Jahrhundert vorgesetzt. Dort finden wir wertvolle Ausstattungsstücke, wie eine Bronzetaufe aus dem Jahr 1357 vom Lübecker Meister Karnemann sowie den Altaraufatz von 1616. Die Stadt an der Autobahn A 20 verfügt noch über ein geschlossenes Stadtbild, das von Fachwerkhäusern und Villen geprägt ist. Das Volkskundemuseum Schönberg zeigt in einer Ausstellung die Geschichte des Herzogtums Mecklenburg-Strelitz sowie eine große Sammlung von Volkstrachten, ebenfalls gehört ein Schulzenhof (Fachwerkwohnhaus sowie Scheune) aus Bechelstorf zum Museum.
 
 
 

Rehna

 
 
Rehna
 
Rehna liegt an der Straße Schönberg - Gadebusch - Schwerin. Es ist eine kleine Stadt mit Fachwerkhäusern und viel Ursprünglichem. Rehna war noch ein  kleines Kirchdorf, als zwischen 1230 und 1236 von dem Ordensbruder Ernestus ein Nonnenkloster nach den Regeln des heiligen Benedikts gegründet wurde. Im Jahr 1319 vollzog sich der Wechsel in den Prämonstratenserorden. Eine Klosterschule wurde gegründet, in der Patriziertöchter aus Lübeck ausgebildet wurden. Als Mitgift wurde dem Kloster Grund und Boden überschrieben, so dass viele Dörfer im Umkreis von Rehna zum Kloster gehörten. Die romanische Kirche, deren Bauzeit noch vor 1230 liegt, beeindruckt durch die Mächtigkeit. Mit dem Klosteraufbau wurden Umbauten der Kirche erforderlich. Es entstanden die großen Spitzbogenfenster an der Nordseite. Auf der Südseite des Schiffes sind noch neugotische Wandmalereien zu erkennen. Von der alten Klosteranlage sind noch der Kapitelsaal, der Remter sowie Lange Haus, ein Süd- und Nordflügel erhalten. Bei Umbau- und  Sanierungsarbeiten wurden mittelalterliche Wandmalereien freigelegt, die in Mecklenburg sehr selten sind. Der Kapitelsaal hat viele unterschiedliche Nutzungen in den Jahrhunderten erlebt. Nun wird er für Führungen und Veranstaltungen saniert. Eine Kleinstadt mit den typischen Fachwerkhäusern einer Ackerbürgerstadt ziehen besonders zu den Veranstaltungen des Klostervereins im Sommer viele Touristen aus nah und Fern an. Rehna gehört zum Europäischen Naturschutzreservat Schaalsee, hier wird sich verstärkt für die Erhaltung der Flora und Fauna eingesetzt.
 
 
 

Lübow

 
 
Lübow
 
Die urkundliche Ersterwähnung aus dem Jahr 1192 finden wir in einer Bewidmungsurkunde des Klosters Bad Doberan. Der Wendenfürst zu Mecklenburg ließ die Kirche zu Lübow 1230 errichten, als er Christ wurde. Der älteste Teil der Kirche ist der Quadratische Altarraum. Einige Gestaltungselemente, wie die aus drei Kappen bestehende halbrunde Apsis und die sich überschneidenden Rundbögen des Frieses am Chor, sind auch im Ratzeburger Dom enthalten.
Schon Mitte des 13. Jahrhunderts wurde der größzügige, als dreischiffige Basilika geplante Bau geändert. Es entstand ein einschiffiges Bauwerk mit flach gedecktem Langhaus. Der Turm wurde erst später vorgesetzt. Den alten spätgotischen Backsteinbau zieren dekorative Gliederungen sowie drei einzigartige romanische Portale. Wandmalereien von der Gotik bis zum Barock sind bei Freilegungen gefunden worden, die mit Seidentapeten und damit auch für nachfolgende Generationen geschützt wurden.
 
 
 

Insel Poel

 
 
Insel Poel
 
Der 56 Meter hohe Kirchturm auf dem Wall von der Kirchdorfer Kirche aus dem 13. Jahrhundert ist bereits weit sichtbar. Seit vielen Generationen ist er Fischern und Seefahrern eine Orientierung.
Bereits Heinrich der Löwe hatte die Lage der 37 Quadratkilometer großen Insel schon 1163 erkannt und sie dem Domstift Lübeck zugewiesen. Im Ergebnis des Westfälischen Friedens 1648 wurden Teile der Insel Poel schwedisch, nur die lübischen Dörfer blieben bei Lübeck. Die Wallanlage Kirchdorf am Kirchsee als Wehranlage sowie für das befestigte Schloss für Herzog Albrecht, erbaut 1576 nach Plänen des Baumeisters G. E. Pilooth aus Emden, waren Schutz gegen Seeräuber und Feinden. Das Klima auf der Insel Poel ist durch die Ostsee bestimmt, die Strände in Timmendorf, am Schwarzen Busch sowie in Golwitz laden zum Baden und Erholen ein.
 
 
 

Grevesmühlen

 
 
Grevesmühlen
 
Grevesmühlen zählt zu den ältesten Städten im Nordwesten Mecklenburgs. Der Ort ist reich umgeben von Seen und Wäldern, 20 km bis zur Ostsee. Um 1230 wird der Ort bereits das erste Mal im Ratzeburger Zehntenregister urkundlich erwähnt. Der Name Grevesmühlen deutet auf die Mühlensiedlung hin, das Mühlrad wurde zum Wappen der Stadt. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die frühgotische Backsteinkirche St. Nikolaus errichtet. Ursprünglich war es eine dreijochige gewölbte Hallenkirche mit einem quadratisch eingezogenem Chor und einem quadratischen Westturm, der eine weithin sichtbare Spitze hatte. Durch einen verheerenden Großbrand im Jahre 1659 wurde der größte Teil der Stadt verwüstet. Zwei weitere Türme wurden nach Blitzeinschlägen notwendig. 1870 bis 1872 wurde die Kirche mit einem neogotischen Chorraum um acht Meter erweitert. Gleichzeitig  erfolgte die heutige Ausmalung. Die Kreisstadt Grevesmühlen besticht durch die sanierten Häuser, Straßen und Plätze, die mit viel Liebe zum Detail in neuem Glanz erstrahlen. Die Malzfabrik wurde ab 1893 in drei Baustufen errichtet. Als Wahrzeichen der Stadt wird sie gegenwärtig zum Verwaltungssitz des Landkreises umgebaut.