Seite drucken
 

Die Europäische Route der Backsteingotik wurde im Rahmen der denkmal2010 in Leipzig ausgezeichnet mit einer Goldmedaille für "herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa".
 
Goldmedaille
 
 
 

Die Europäische Route der Backsteingotik erhielt im Herbst 2012 einen "Sonderpreis" der Jury des europa nostra-Komitees. Damit würdigte die Organisation, die unter anderem den Erhalt des kulturellen Erbes in Europa zum Ziel hat, die besondere Arbeit des Vereins. 
 
special mention europa nostra
 
 

Schweden

 

Ystad

 
 
 

Marienkirche

 
 
Marienkirche
Kontakt:
Ystads Församling
Klostergatan 12,
Box 74271 22 Ystad
Tel: +46-(0)411-692 00
 
Das Bauwerk:
Die Marienkirche wurde im 13. Jahrhundert als dreischiffige Basilika im romanischen Stil erbaut. Der Altarraum in seiner gegenwärtigen Form stammt aus dem 15. Jahrhundert. Zur gleichen Zeit wurden auch die Seitenschiffe zu einem Rundgang um den Altarraum erweitert. Sowohl der Altarraum als auch das Querschiff tragen die stilistischen Merkmals des spätgotischen Baustils. Während eines Sturms im Jahr 1648 stürzte der Kirchturm ein und verursachte schwere Schäden am gesamten westlichen Teil des Bauwerks. Zwei Jahre später war die Kirche jedoch schon wieder repariert und um ein Querschiff im Stil der Renaissance erweitert worden. Die Bauarbeiten am Turm wurden gegen Ende des 17. Jahrhunderts abgeschlossen. 1886 war ein weiteres schwarzes Jahr in den Annalen der Marienkirche. Alle dekorativen Elemente wurden als „außerordentlich unansehnlich” entfernt. Erst im Zuge der umfassenden Restauration in den Jahren 1923-24 wurde das Bauwerk wieder auf Veranlassung des Pfarrers Sam Stadener in seinen alten Stand versetzt, und Grabsteine und –inschriften konnten wieder ihre seit Jahrhunderten angestammten Plätze einnehmen.
 
 
 

Franziskanerkloster

 
 
Franziskanerkloster
Kontakt:
Ystadbygdens museum / Gråbrödraklostret
S:t Petri kyrkoplan
271 80 Ystad
Tel: +46-(0)411-57 75 90
E-mail: hakan.nilsson@ystad.se
Internet: www.ystad.se
 
Das Bauwerk:
Das Franziskanerkloster wurde im Jahr 1267 von Ritter Holmger und seiner Frau Katarina gegründet. Kurz darauf begannen die Arbeiten an einer dem Hl. Petrus geweihten Klosterkirche. Im 14. und 15. Jahrhundert wurden weitere zusätzliche Gebäude und der Kirchturm fertiggestellt. Das Gebäude erhielt seine endgültige Form eines rechteckigen, um einen Klostergarten herum angeordneten Komplexes um das Jahr 1500. In den 30er Jahren des 16. Jahrhunderts wurden die Mönche im Gefolge der Reformation aus ihrem Kloster vertrieben. Die Gebäude dienten daraufhin den Bürgern von Ystad als Pfarrkirche und als Krankenhaus. Nachdem die Anlage in ihrer späteren Geschichte u.a. (Ende des 18. Jahrhunderts) als Schnapsbrennerei und als Kornspeicher benutzt worden war, befand sie sich an der Schwelle zum 20. Jahrhundert in einem überaus schlechten baulichen Zustand. Seit seiner umfassenden Restaurierung zwischen 1909 und 1912 ist im alten Franziskanerkloster das Stadtmuseum von Ystad untergebracht.
 
 
 

Alte Lateinschule

 
 
Alte Lateinschule
Kontakt:
Touristeninformationsbüro
S:t Knuts torg
271 42 Ystad
Tel: +46-(0)411- 57 76 81
E-Mail: turistinfo@ystad.se
Internet: www.ystad.se
 
Das Bauwerk:
Das Gebäude liegt südwestlich der Marienkirche und war einst in die Kirchenmauer integriert. Seine erste urkundliche Erwähnung stammt aus den 30er Jahren des 16. Jahrhunderts. Das Haus wurde bis zum Jahr 1841 als Schule genutzt und gilt als das älteste noch erhaltene Schulgebäude Skandinaviens. Der zweigeschossige Backsteinbau mit seinen abgestuften Giebeln, dekorativen Nischen und dem überwölbten Portal im Ostgiebel reflektiert eindeutig architektonische Motive des Franziskanerklosters. Die Alte Lateinschule wurde in den Jahren 1892 und 1972 zwei umfassenden Restaurierungen unterzogen. Bei der gründlichen Analyse der inneren Struktur des Gebäudes, die im Zuge der Instandsetzungsarbeiten vor 30 Jahren vorgenommen wurde, förderten die Restauratoren einen bis dahin unbekannten Giebel aus dem frühen 16. Jahrhundert zu Tage. Die betreffende Struktur diente wahrscheinlich dem Betrieb des schuleigenen Backofens, der aus der Zeit zwischen 1250 und 1350 stammt. Die Räume der Alten Lateinschule werden heute als Büros genutzt.
 
 
 

Brahe-Haus (Brahehuset)

 
 
Brahe-Haus (Brahehuset)
Kontakt:
Touristeninformationsbüro
S:t Knuts torg
271 42 Ystad
Tel: +46-(0)411-57 76 81
E-Mail: turistinfo@ystad.sewww.
ystad.se

 
Das Bauwerk:
Das Haus der alten Patrizierfamilie Brahe liegt an der Schnittstelle der Straßen Stora Norregatan und Sladdergatan. Die Familie zählte im ausgehenden Mittelalter zu den wichtigsten und einflussreichsten dieses Teils der Skane-Region und besaß neben ihrem Stadthaus ausgedehnten Grundbesitz und Schlösser in Krageholm und Tosterup. Axel Pedersen Brahe, der auf dem Klosterfriedhof begraben liegt, gilt als treibende Kraft hinter dem Bau des Brahe-Hauses. Das um 1500 im typischen Stil seiner Zeit erbaute Haus (Backstein, abgestufte Giebel usw.) gehörte ursprünglich wohl zu einem größeren Komplex von Nebengebäuden. Die Architektur des Hauses – insbesondere der Giebel – greift gezielt Motive des weiter westlich liegenden Klosters auf. Kalksteindetails sind in den Backstein eingearbeitet, ein in der zeitgenössischen Architektur weit verbreitetes Statussymbol.
 
 
 

Birgitta Kapelle

 
 
Birgitta Kapelle
 
Das Bauwerk:
Die Birgitta Kapelle, im westlichen Teil des Östergatan, ist nie wirklich eine Kapelle gewesen. Das Gebäude gehörte der Kirche und war wahrscheinlich Besitz der Birgitta Stiftung. Mit  großer Sicherheit wurde sie als Warenlager genutzt und verfügte im obersten Stockwerk über einen Gemeindesaal. Das zweistöckige Backsteingebäude mit Stufengiebel und dekorativen  Nischen wurde, wie die Alte Lateinschule und das Brahe-Haus, um etwa 1500 erbaut. Der ursprüngliche Standort befand sich am Westufer des kleinen Stroms Vasaån, welcher südlich durch die Stadt verläuft und heute als eine unterirdische Wasserleitung fungiert.  Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Kapelle Teil eines Gebietes, welches dem Bürgermeister gehörte: In diesem Fall Olof Carlsson, der Gast Charles XII war, während dieser 1699, 1700 und 1715-16 Besuche nach Ystad unternahm. In den 1830ern und 1840ern wurde das Gebäude als ein Wirtshaus genutzt. Die Birgitta Kapelle wurde 1970 restauriert. Von der Fassade wurde der Putz entfernt um somit die eigentliche Backsteinfassade freizulegen.