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Die Europäische Route der Backsteingotik wurde im Rahmen der denkmal2010 in Leipzig ausgezeichnet mit einer Goldmedaille für "herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa".
 
Goldmedaille
 
 
 

Die Europäische Route der Backsteingotik erhielt im Herbst 2012 einen "Sonderpreis" der Jury des europa nostra-Komitees. Damit würdigte die Organisation, die unter anderem den Erhalt des kulturellen Erbes in Europa zum Ziel hat, die besondere Arbeit des Vereins. 
 
special mention europa nostra
 
 

Litauen

 

Vilnius

 
 
 

Annenkirche

 
 
Annenkirche
Kontakt:
Adresse: Maironio g. 8
Tel +370 5 260 9292

Führungen:
Englisch, Deutsch, Polnisch
Russisch

Eintritt: 
frei
 
Das Bauwerk:
Die Annenkirche ist wahrscheinlich das berühmtste Bauwerk der Stadt. Mit ihrer reich verzierten Fassade, der üppigen Ausstattung und den zahlreichen verschiedenen Ziegelsteinmustern vereint sie alle dekorativen Finessen und ästhetischen Prinzipien der litauischen Gotik. Die Kirche gilt (mit ihrer flammenden, „flamboyanten“ Ornamentierung) als Meisterwerk der Spätgotik  und als eines der gelungensten Bauwerke dieses Stils auf der ganzen Welt. 33 verschiedene Sorten von Ziegelsteinen wurden beim Bau der Kirche verwendet, die – nach neuesten historischen Erkenntnissen – zwischen 1495 und 1500 entworfen wurde und seither praktisch unverändert geblieben ist. Kunsthistoriker sehen in der Kirche das möglicherweise einzige Bauwerk in Litauen, bei dem es den Baumeistern gelungen ist, die strukturelle Funktion des Backsteins zu transzendieren und Mauern mit dekorativen Backsteinmotiven zu einer geschlossenen ästhetischen Einheit zu verbinden. Die Kirche ist relativ klein, aber geschickt vor die Bernhardskirche platziert, das auffälligste Gebäude der dazugehörigen Klosteranlagen. Der neogotische Glockenturm stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Kirche wurde zwischen 1902 und 1909 umfassend renoviert, und ihre Fassade wurde in den 1960er Jahren strukturell verstärkt.
 
 
 

Kirche des Hl. Franziskus und des Hl. Bernard

 
 
Kirche des Hl. Franziskus und des Hl. Bernard
Kontakt:
Maironio g. 10
Tel.: (+370) 526 092 92

Führungen:
Englisch, Deutsch, Polnisch
Russisch

Eintritt:
frei

 
Das Bauwerk:
Das Franziskanerkloster wurde im Jahr 1469 von Kazimieras Jogailaitis gegründet, dem damaligen Herrscher Litauens. Bereits sechs Jahre später wurde die erste Klosterkirche bei einem Brand bis auf die Grundmauern zerstört. Auch der gotischen Backsteinkirche, die daraufhin um 1490 entstand, war kein langes Leben beschieden: Mängel beim Entwurf und der Konstruktion und eine drohende Einsturzgefahr erforderten gegen 1500 den nahezu völligen Abriss des Gebäudes (lediglich der Chor und die Sakristei blieben verschont). Kirche und Kloster wurden verschiedentlich im 16. Jahrhundert von Bränden beschädigt und im 17. Jahrhundert von der russischen Armee zerstört. Aber die Mönche ließen sich nicht unterkriegen: Bereits im Jahr 1677 konnte die neue Kirche geweiht werden. Der letzte große Umbau des Kircheninneren wurde 1765 in Angriff genommen, als die Gruppe hölzerner Altäre, die Kanzel und die Orgel entstanden. Diese Ausstattungsgegenstände sind zum Teil noch erhalten, und die Orgel wird derzeit restauriert. Trotz der nahezu kontinuierlichen Bautätigkeit weist die Kirche – neben zahlreichen Kunstschätzen – auch noch einige authentische Elemente ihrer ursprünglichen Architektur auf.
 
 
 

Nikolaikirche

 
 
Nikolaikirche
Kontakt:
Adresse: Šv. Mikalojaus g. 4

Führungen:
Englisch, Deutsch, Polnisch
Russisch

 
Das Bauwerk:
Die gotische Nikolaikirche zählt zu den ältesten Sakralbauten der Stadt wie des gesamten Landes und ist nahezu unverändert seit den Tagen, als sie als einziges christliches Gebäude in Vilnius einer heidnischen Umgebung trotzte. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche geht auf das Jahr 1387 zurück. Die gotischen Pfeiler und Gewölbe entstanden im 16. Jahrhundert. Der barocke Glockenturm fügt sich – dank seiner moderaten Formensprache – gut in das gotische Ambiente ein. Der schlichte und rau verarbeitete Backstein verbreitet ein Gefühl von Intimität und Ruhe. Die Fassade der Kirche wird von zwei oben abgeschnittenen Stützpfeilern flankiert. Das oftmals unregelmäßige Arrangement der Backsteine entspricht – ebenso wie die schiefen Wände, die nur selten präzise Ausfertigung der Winkel und der asymmetrische Grundriss der Apsis – den Gepflogenheiten zeitgenössischer Baumeister. Im gotischen Teil der Kirche sind lediglich die Nischen, Ränder und Giebel verputzt. Durch die kürzlich erfolgte Restaurierung des dreieckigen Giebels mit seinen Nischen hat das Gebäude noch mehr von seinem ursprünglichen gotischen Charakter zurückgewonnen. Im Inneren der Kirche stützen vier elegante achteckige Pfeiler die Netz- und Sterngewölbe. Der Hochaltar enthält ein Gemälde des Hl. Nikolaus mit einer silbernen Einfassung aus dem 16. Jahrhundert.
 
 
 

Burgruine

 
 
Burgruine
Kontakt:
Arsenalo g. 5
Tel.: +370 5 261 7453

Führungen:
Englisch, Deutsch, Polnisch
Russisch

Eintritt:
Erw: 1,00 Euro
Kinder: 0,50 Euro
 
 
Das Bauwerk:
Die hoch auf dem Hügel gelegene Burg Gediminas entstand ursprünglich zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert als hölzerne Festung, bis sie allmählich im 14. und 15. Jahrhundert durch steinerne Bauten ersetzt wurde. Ein Brand im Jahr 1419 beschleunigte diese Entwicklung und führte zum Wiederaufbau einer stärker befestigten und größeren Burg. Um die Burg – mit einem dreigeschossigen gotischen Palast des Erzherzogs, der St. Martinskapelle und mehreren anderen Gebäuden – wurde ein 320 m langer, durch drei Wehrtürme geschützter Steinwall angelegt. Die Burg ist nicht in erster Linie aus architekturhistorischen Gründen von Interesse, sondern als einzigartige Zeugin der frühen Geschichte Litauens und seiner Hauptstadt. Die Burg wurde im 17. Jahrhundert schwer beschädigt. Ihr Westturm, der sogenannte Gediminas-Turm, wurde mit gotischen Backsteinmauern auf einem achteckigen Grundriss und einem steinernen Fundament errichtet. Vom Turm aus bietet sich ein spektakulärer Ausblick auf die Altstadt mit ihren romantischen Gässchen und Kirchtürmen und – über die Grenzen der Stadt hinaus – auf die malerischen Täler der Neris und Vilnia. Die Burg ist eines der Wahrzeichen von Vilnius.