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Die Europäische Route der Backsteingotik wurde im Rahmen der denkmal2010 in Leipzig ausgezeichnet mit einer Goldmedaille für "herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa".
 
Goldmedaille
 
 
 

Die Europäische Route der Backsteingotik erhielt im Herbst 2012 einen "Sonderpreis" der Jury des europa nostra-Komitees. Damit würdigte die Organisation, die unter anderem den Erhalt des kulturellen Erbes in Europa zum Ziel hat, die besondere Arbeit des Vereins. 
 
special mention europa nostra
 
 

Deutschland

EuRoB-Karte, Schleswig
 

Schleswig

Schleswig, Foto: B. Pries
Foto: B. Pries
 
 
 

St.-Petri-Dom

 
 
Dom von Schleswig
Foto: EuRoB
 
Kontakt:
Norderdomstraße
24837 Schleswig
Tel. 04621-989595
Fax 04621-989030
www.schleswiger-dom.de

Öffnungszeiten:
Mai-September:
täglich 9-17 Uhr
Oktober-April:
täglich 10-16 Uhr

Führungen:
Deutsch
 
Der erstmals 1134 erwähnte Sankt-Petri-Dom wurde Ende des 13. Jahrhunderts als gotische Hallenkirche fertiggestellt. Von der vorreformatorischen Ausstattung sind insbesondere die Ausmalung sowie die Kreuztragungs-, Dreikönigs- und Triumpfkreuz-Gruppen, das Chorgestühl und die Bronzetaufe hervorzuheben. Später prägten Stiftungen der Landesherren und des Hofadels die Denkmäler des Domes, zum Beispiel das Grabmal König Friedrichs I. Landesherrlicher Gunst ist auch der 112 Meter hohe Westturm zu verdanken. Herausragend: Der 1666 aus der Bordesholmer Klosterkirche überführte Brüggemann-Altar mit seinen fast 400 aus Eiche geschnitzten Figuren.
 
 
 

St.-Johannis-Kloster

 
 
Ansicht des backsteingotischen St.-Johannis-Klosters
Foto: Stadt Schleswig
 
Kontakt:
Am Sankt Johanniskloster 4
24837 Schleswig
Tel. 04621-24236 (8-12 Uhr)

Öffnungszeiten:
Die Klosteranlage ist frei zugänglich.
Die Klosterkirche, der Remter und der Kapitelsaal können wegen ihrer Kunstschätze nur im Rahmen einer Führung gezeigt werden.

Führungen:
Mit Anmeldung. Telefonisch unter
oder vor Ort.

Die Besichtigung
des St.-Johannis-Klosters
ist auch Bestandteil der "Schleswiger Stadtführungen"

 
Um 1140 entstand am nördlichen Rand der Stadt Schleswig, etwa da, wo heute das Stadtfeld liegt, das Benediktinerkloster „St. Michael auf dem Berge“. Es war ein Doppelkloster für Mönche und Nonnen. Sie lebten natürlich streng getrennt, aber doch unter einem Dach. Jede Nonne, jeder Mönch hatte das Keuschheitsgelübde abgelegt, trotzdem geriet das Kloster bald in sittlichen Verfall. Deshalb wurde das Kloster nach etwa 50 Jahren durch Bischof Nicolaus I. wieder aufgehoben.

Die Mönche mussten Schleswig ganz verlassen und siedelten sich zunächst in Güldenholm am Langsee an, zogen aber bald weiter an die Ostsee, nach Rude, und bauten dort ein Kloster. Dort liegt heute das Glücksburger Schloss.

Den Nonnen, zehn an der Zahl, wurde eine neue Heimstätte auf dem „Holm vor Schleswig“ zugewiesen. Als sie um 1194 hierher kamen, existierten bereits die Anfänge einer Kirche. Die Nonnen vollendeten zunächst diese Kirche. Sie benutzten dabei sowohl Back- als auch Feldsteine, später auch Tuffstein. Der ursprünglich geplante Turm, der schon bis zur zweiten Geschosshöhe fertig war, wurde nicht weitergeführt. Das Kirchendach wurde über den ganzen Bau hinweg gezogen und nur durch einen zierlichen Dachreiter gekrönt. Der Grundriss zeigt jedoch deutlich, wie die Klosteranlage geplant war. Auch hier wurde also vielfach der Backstein verwendet, der in Schleswig seinen Ursprung hatte. Im Laufe der nächsten Jahre entstanden der Kapitelsaal, der Remter und das Dormitorium sowie einige Nebengebäude. Diese Klosteranlage gilt als die besterhaltenste in Schleswig-Holstein. Während der Reformation wurde das Kloster in ein adliges Damenstift umgewandelt, das es auch heute noch ist. Der Bibelgarten ist in der typischen Form eines Klostergartens angelegt und beherbergt bereits in der Bibel erwähnte Pflanzen.
 
 
 

Graukloster

 
 
Ansicht des backsteingotischen Grauklosters
Foto: Stadt Schleswig
 
Kontakt:
Rathausmarkt 1
24837 Schleswig
Tel. 04621-8140 (Rathaus Zentrale)

Öffnungszeiten:
Nur mit Führung zugänglich

Führungen:
April bis Oktober
Do, 18 - 19.30 Uhr, „Abendbummel mit Möwenschiss“
Sa, 14.30 - 16 Uhr  „Stadtführung durch Schleswig“

 
Das Schleswiger Graukloster, das heute zum Rathaus gehört, hat eine lange, farbenreiche Geschichte. Ursprünglich stand hier ein dänischer Königshof. Herzog Abel, der durch Ermordung seines Bruders Erich 1250 auf den dänischen Thron gelangte, schenkte das Gelände dem Franziskaner-Orden. Als Heimstatt der Franziskaner-Bettelmönche – sie trugen graue Kutten, daher auch der Name „Graukloster“ – wurde es 1234 gegründet, vermutlich auf den Resten und aus den Steinen des dänischen Königshofes. Schon hier wurde zum Teil der Backstein verwendet, der in der Folgezeit mehr und mehr an Bedeutung gewann.

Die einzelnen Bauphasen des Klosters können anhand von Unterlagen recht genau nachvollzogen werden: Nach dem Bau der Klosterkirche folgten später Bau und Ausmalung des Saales im Nordost–Flügel (heute „Gotische Halle“) mit einer Kreuzigungsgruppe aus der zweiten Hälfte des 13. Jh., später der nördliche Kreuzgangflügel und der Westflügel. 1529 werden die Mönche im Zuge der Reformation aus der Stadt vertrieben. König Friedrich I. überließ die Gebäude 1528/1529 einer Armenstiftung. Seit 1983 wird das restaurierte Kloster von der Stadtverwaltung genutzt. Man kann es im Zuge einer Stadtführung besichtigen oder sich das Ja-Wort im Trauzimmer geben.