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Die Europäische Route der Backsteingotik wurde im Rahmen der denkmal2010 in Leipzig ausgezeichnet mit einer Goldmedaille für "herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa".
 
Goldmedaille
 
 
 

Die Europäische Route der Backsteingotik erhielt im Herbst 2012 einen "Sonderpreis" der Jury des europa nostra-Komitees. Damit würdigte die Organisation, die unter anderem den Erhalt des kulturellen Erbes in Europa zum Ziel hat, die besondere Arbeit des Vereins. 
 
special mention europa nostra
 
 

Haderslev - eine Perle der Backsteingotik

 
Es sind die Details, die Geschichten und Geschichtchen, Schicksale und Kuriositäten, die den Jahrhunderte alten Bauten der Gotik einen Glanz der Einmaligkeit verleihen. Die Backsteine wurden für halbe Ewigkeiten gebrannt, und manch einer hat seine 800 Jahre schon hinter sich. Und jedes Bauwerk erzählt unzählige Geschichten, kleine private und große weltbewegende, Geschichten über Macht und Ränke, Glaube und Aberglaube, Krieg und Frieden, Unterdrückung und Freiheit, Zerstörung und Wiederaufbau. Zum Beispiel in...

Haderslev - historische Stadt zwischen den Meeren

Haderslev liegt nahe der Grenze zu Deutschland und hatte im Verlauf der wechselhaften dänisch-deutschen Geschichte auch schon den Namen Hadersleben. Zusammen mit Ribe war es im 10. und 11. Jahrhundert, bevor Lübeck durch den Seehandel Weltrang erlangte, eine der wichtigsten Handelsstädte Nordeuropas. Noch heute fühlt man sich in die Zeit Martin Luthers zurück versetzt, dessen reformatorisches Gedankengut auch in Dänemark Fuß faßte, beginnend in Haderslev.
 
Dom zu Haderslev
 
Kirche No. 4:
Der Dom zu Hadersleben (St. Marien), hochgotischer Backsteinkirchenbau, fertiggestellt in seiner heutigen Form um 1440. Der ursprüngliche große Turm, der den Eingang bildete, brannte im großen Stadtbrand 1627 ab und wurde durch den jetzigen „provisorischen“ Eingang ersetzt. Die jetzige Kirche ist die „vierte“ Kirche an der Stelle. Um 1150 wurde die erste Kirche mit der Gründung der Stadt auf dem höchsten Punkt des Stadthügels erbaut. Es war eine kleine romanische Granitquadersteinkirche. Diese Kirche wurde zu klein, und nach einem Brand um 1250 wurde die erste Backsteinkirche auf den Fundamenten der ersten Kirche errichtet.
 
 
 
 
Historie des Vandalismus:
In einer Kirche wurde auch immer irgendeine Form von Unterricht erteilt, sei es Katechismus, Gesang oder Ähnliches. An der nördlichen Chorabtrennung aus Holz findet man noch immer die Namen verschiedener Schuljungen, die sich im Laufe der Zeit mit Ihrem Namenszug in der Holztäfelung verewigt haben, so ein gewisser Thomas Meister aus 1768 zum Beispiel.
 
 
 
barocker Epitaph
 
Barocke optische Täuschung:
Gleich rechts vom Eingang, an der Südmauer, hängt ein großes Barockepitaph. Dieses Epitaph ist speziell, da es ein sogenanntes „Riffelbild“ enthält, ein Bild, dass auf Grund einer optischen Täuschung zwei Bilder zeigt. Das Epitaph hängt an der falschen Stelle im Dom. Erstens weil man den optimalen Punkt für das Erkennen und Betrachten des einen Bildes nicht betreten kann, und zweitens, weil die Reihenfolge der Bilder ikonographisch falsch ist: Man muss nämlich beim Betreten der Kirche die Kreuzigung sehen und beim Verlassen die Auferstehung. Bei der jetzigen Platzierung ist es gerade umgekehrt.
 
 
 
gotische Gewölbe
 
Die Akustik gotischer Architektur:
Der puristisch gestaltete gotische Dom mit seiner fantastischen Akustik und berühmten Orgel diente bereits unzähligen musikalischen Einspielungen, die in der nächtlichen Stille der malerischen Kleinstadt ohne nennenswerte Störungen möglich sind.