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Die Europäische Route der Backsteingotik wurde im Rahmen der denkmal2010 in Leipzig ausgezeichnet mit einer Goldmedaille für "herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa".
 
Goldmedaille
 
 
 

Die Europäische Route der Backsteingotik erhielt im Herbst 2012 einen "Sonderpreis" der Jury des europa nostra-Komitees. Damit würdigte die Organisation, die unter anderem den Erhalt des kulturellen Erbes in Europa zum Ziel hat, die besondere Arbeit des Vereins. 
 
special mention europa nostra
 
 

Deutschland

EuRoB-Karte Prenzlau
 

Prenzlau

Panorama, Prenzlau
Foto: LaGa Prenzlau 2013 GmbH
 
 
 

Kirche Sankt Marien

 
 
St.-Marien-Kirche Prenzlau
 
www.marienkirche.com

In den Sommermonaten sind eine Besichtigung der Kirche und eine Turmbesteigung möglich.

Maße der Kirche

Kirchenschiff: 55 Meter lang, 28 Meter breit, 22 Meter hoch

Türme: ursprünglich etwa 90 Meter hoch, heute Nordtürm 68 Meter hoch, Südturm 64 Meter hoch

Abstieg aus der Türmerstube 234 Stufen
 
Das Bauwerk:
Kurz bevor Sie in Prenzlau ankommen, begrüßen Sie bereits die weithin sichtbaren Türme der St.-Marien-Kirche. Das Wahrzeichen der Stadt ist eines der bedeutendsten Beispiele norddeutscher Backsteingotik. Von den Türmen aus haben Sie eine fantastische Panoramaaussicht über das Uckertal und den Unteruckersee. Die Türme der Marienkirche sowie der Heilig-Geist-Kapelle und der Mitteltorturm stellen den Vier-Türme-Blick dar.

Bereits vor der Stadtgründung Prenzlaus gab es hier Siedlungen, so der Ukranen im 6./7. Jahrhundert und weitere mit der Einwanderung deutscher Siedler. Die damit verbundene Christianisierung äußerte sich im frühzeitigen Bau mehrerer Kirchen. 1170 entstanden bereits die St.-Sabinen-Kirche, etwas später die St.-Jacobi-Kirche und die alte Nicolaikirche. Die einstiegen Siedlungen wuchsen zur Stadt und Prenzlau erhielt 1234 vom pommerschen Herzog Barnim I. Magdeburger Stadtrecht. 

Als die Stadt um 1250 an die Askanier abgetreten wurde, war sie bereits als "freie Stadt" etabliert und christianisiert. Die Stadt wurde rasch reich und eine rege Bautätigkeit setzte ein. Der Wohlstand der Bürger äußerte sich in der seit 1287 gebauten Stadtmauer mit vier Stadttoren. Bis zur Reformation entstanden sieben Kirchen und drei Klöster. Die Franziskaner und die Dominikaner siedelten sich hier an sowie ein Nonnenkloster Maria Magdalena.

Die Hauptpfarrkirche St. Marien, ein hochgotischer Backsteinbau mit dreischiffiger Halle und jeweils drei Polygonen an der Ostseite, überragt mit ihren Doppeltürmen die Stadt. Die legendären Maßwerkgiebel über der Ostwand wären einer Kathedrale würdig. Der Ursprungsbau zwischen 1235-1250, eine gewölbte dreischiffige Hallenkirche mit Querschiff und gestreckt rechteckigem Chor aus Feldstein, ist durch Ausgrabungen nachgewiesen.

Im April 1945 brannte die Kirche bis auf die Umfassungsmauern aus. Aber die Pfeiler mit den spitzen Bögen der Arkaden und vor allem der prächtige Maßwerkgiebel über der Ostwand blieben erhalten. Seit 1970 ist der Wiederaufbau im Gange, im Inneren wird noch an der künstlerischen Ausstattung gearbeitet. Dennoch finden in St. Marien bereits große Konzerte statt, die auf treffliche Weise den musikalischen Genuss mit dem Erlebnis des einmaligen Bauwerks verbinden.

Zeitachse:
  • 1235-1250 Vorgängerbau aus Feldsteinen entsteht
  • 1289-1340 Kirchenneubau als gotische Hallenkirche in zwei Abschnitten: Kirchenschiff und Chor mit Ostgiebel, Fertigstellung der Türme mit gotischem Helmabschluß
  • Um 1350 Südliche Anbauten der Margareten- und Christophoruskapelle
  • Um 1400 Südliche Portalvorhalle
  • 1412 Nördliche Portalvorhalle
  • 1512 Aufstellung des spätgotischen Flügelaltars
  • 1546 Nordturm erhält heutigen Abschluß
  • Seit 1776 Südturm in heutiger Gestalt
  • 1844-1847 Umgestaltung des Innenraums in neogotischer Fassung
  • 27.-28. April 1945 Zerstörung der Kirche durch Kriegseinwirkung
  • Seit 1970 Wiederaufbau

Quellen: www.marienkirche.com, www.prenzlau.eu, www.eiszeitstrasse.de
 
 

Dominikanerkloster Prenzlau

 
 
Dominikanerkloster, Prenzlau
Foto: LaGa Prenzlau 2013 GmbH
 
www.dominikanerkloster-prenzlau.de

Öffnungszeiten
Montags geschlossen
Di.-So. 10-17 Uhr
 
Das Bauwerk:
Mit dem Dominikanerkloster entstand ab 1275 in Prenzlau neben dem Franziskanerkloster (um 1235) und dem Nonnenkloster des Magdalenenordens (vor 1250) ein weiteres geistliches Zentrum, das für die Bedeutung und Blüte der Stadt im Mittelalter eine wesentliche Rolle spielte.

Das Ensemble Dominikanerkloster besteht aus der Klosterkirche und der ursprünglich einstöckigen Klausur. Ältester Gebäudeteil der Klosteranlage ist der Ostflügel, dessen Bau zeitgleich mit der Errichtung der Klosterkirche ab 1275 begonnen wurde. Nach Vollendung des Süd- und Westflügels Mitte des 14. Jahrhunderts erfolgte die Einwölbung des gesamten Kreuzgangs.

Im Zeitalter der Reformation erfolgte 1543/1544 die Säkularisation des Klosters und der Übergang in den Besitz der Stadt Prenzlau. Die Stadt nutzte den Klausurbereich fortan für unterschiedlichste städtische Zwecke, so u. a. als Armenhaus, Hospital, Gefängnis, Notunterkunft, Stadtkrankenhaus, Internat und Altersheim. Diese unterschiedlichen Nutzungen zogen zahlreiche bauliche Veränderungen nach sich. So stammt z. B. das Obergeschoss in Mansardenform aus dem frühen 19. Jh.

Die ehemalige Klosterkirche wurde nach der Säkularisation von der Gemeinde der alten St.-Nikolai-Kirche als evangelische Pfarrkirche genutzt und ist heute eine evangelische Kirche mit Superintendentur.

Der ununterbrochenen Nutzung des Dominikanerklosters über die Jahrhunderte und der Tatsache, dass das Kloster die Zerstörung der Stadt Prenzlau in den letzten Apriltagen 1945 unbeschadet überstand, ist es zu verdanken, dass die gesamte Klosteranlage erhalten blieb. Nach 1945 wurde die Klausur bis 1989 größtenteils durch Gesundheitseinrichtungen der Stadt Prenzlau genutzt.

Seit 1990 kam es mit dem Landesamt für Denkmalpflege zu Sicherungsmaßnahmen, die dem Erhalt der klösterlichen Bausubstanz dienten. Heute zählt das Dominikanerkloster zu den besterhaltenden Klosteranlagen des 13.-14. Jahrhunderts im nordostdeutschen Raum. Besonders beeindruckend sind die original vorhandenen Raumstrukturen mit ihren typisch gotischen Schmuckelementen wie Kreuzrippengewölben, motivreichen Schlusssteinen, Maßwerk und reich verzierten Kapitellen und Basen sowie die spätgotischen Wandmalereien im ehemaligen Gästerefektorium. In seinen Mauern beherbergt es das Kulturhistorische Museum, das Historische Stadtarchiv und die Stadtbibliothek, daneben stehen Räumlichkeiten für Kleinkunstveranstaltungen zur Verfügung.

Quelle: www.prenzlau.eu
 
 

Klosterkirche der Franziskaner

 
Dominikanerkloster, Prenzlau
Foto: LaGa Prenzlau 2013 GmbH
 
Das Bauwerk:
Das Prenzlauer Kloster der Franziskaner als Bettelorden wurde auch "Graues Kloster" genannt oder Kloster der "Barfüsser" oder "Minderbrüder". Es lag am nordwestlichen Rand der Altstadt und wurde auf dem Gelände einer ehemaligen slawischen Siedlung errichtet. Die Konventsgebäude gingen bis an die Stadtmauer.

Die Franziskaner ließen sich frühzeitig in Prenzlau nieder – vermutlich bereits zwischen 1240 und 1250. Die Stadt hatte sich bereits zu einer beachtlichen Ansiedlung entwickelt. 1234 bediente sich der pommersche Herzog Barnim I. der Stadtgründung zum Ausbau seiner Landesherrschaft und verlieh das Magdeburger Recht. Bereits 1253 soll der Kamminer Bischof Wilhelm hier beigesetzt worden sein. Die Kirchenweihe erfolgte jedoch erst 1270. Heute ist von der Klosteranlage nur noch die ehemalige Klosterkirche aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Sie ist heute die älteste Franziskanerkirche in der Mark Brandenburg

Zwischen 1536 und 1543 löste sich das Kloster aufgrund schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse selbst auf. 1544 erfolgte die Vergabe des Klosterbesitzes als Lehen an dem Statthalter von Küstrin. Danach wechselten die Besitzer mehrfach, bis 1581 Berndt von Arnim, Hauptmann von Gramzow und Chorin, das Kloster kaufte und die Kirche renovieren ließ. Als evangelische Kirche wurde sie 1598 erneut geweiht und in "Dreifaltigkeitskirche" umbenannt. 1694 wurde sie der vereinten deutsch-französischen reformierten Gemeinde übergeben.

1846/1865 wurde die Kirche renoviert und mit einer Schaufassade im Ostgiebel und einem Glockenturm versehen.

(Quelle: http://www.eiszeitstrasse.de/Seiten/kulturgeschichte/klprenzlaufranziskan.htm) - gekürzt

 
 

Stadtmauer

 
 
Blindower Torturm, Prenzlau
 

 
Das Bauwerk:
Von der Prenzlauer Stadtmauer existiert heute noch rund die Hälfte, insgesamt 1,4 Kilometer. Die mittelalterliche Wehranlage wurde in den letzten Jahren umfangreich saniert und es wurde ein rund drei Kilometer langer Rundweg gebaut. Der Stadtmauerrundweg führt am Dominikanerkloster vorbei, durch das Stadtviertel Sternberg, zum Kupferschmiedegang und den Uckersee bis in den Prenzlauer Stadtpark. Entlang des Rundweges können auch die erhaltenen sechs Türme besichtigt werden.