Von der einst reichen und vielfältigen Klosterlandschaft im Fürstentum Lüneburg zeugen heute noch die sechs Lüneburger Frauenklöster. Das Kloster Walsrode ist das älteste (vor 986), es folgten Ebstorf (um 1160), Lüne (1172), Wienhausen (um 1230), Medingen (1241) und Isenhagen (1243).

Walsrode, Ebstorf und Lüne folgten der Regel des Benedikts, Medingen, Wienhausen und Isenhagen gehörten zum Zisterzienserorden. Die wirtschaftliche Basis der Klöster bildeten Grundbesitz, Zehnteinnahmen, Renten und Eigentumsanteile an der Lüneburger Saline, die durch Mitgiften der aus dem Adel oder der gehobenen Schicht des Bürgertums stammenden Nonnen. Die Frauenklöster – außer Walsrode – besaßen Stadthöfe in Lüneburg zur Versorgung der Klöster oder als Zufluchtsort in Krisenzeiten.

Die adeligen Bewohnerinnen der Klöster entstammten in der Regel dem Lüneburger Landadel. Der überwiegende Teil der bürgerlichen Damen kam aus Lüneburger Patrizierfamilien.

Mit der Einführung der Reformation kamen gravierende Änderungen auf die Klöster zu. Zunächst leisteten sie beharrlichen Widerstand gegen die Einführung der lutherischen Lehre. Erst als sich abzeichnete, dass mit Rücksicht auf den Adel und das städtische Patriziat die traditionsreichen Einrichtungen nicht völlig abgeschafft werden sollten, folgte man der neuen Lehre.

Die mittelalterlichen Ordensgemeinschaften überlebten als evangelische Klöster. Ihre Güter wurden in landesherrliche Ämter umgewandelt, der Landesherr übernahm die Verpflichtung zur Versorgung der Konventualinnen und zum Unterhalt der Gebäude.

Alle Lüneburger Klöster sind heute noch aktiv und können deshalb nur mit einer Führung besichtigt werden.